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Einigung beim ADAC-Rechtsforum
Die MPU soll transparenter werden / Experten empfehlen einhellig den Tonbandmitschnitt

    München (ots) - Ein einhelliges Votum für mehr Transparenz beim
gefürchteten "Idiotentest" haben am Montag, 12. November 2001, in
München die Teilnehmer des jüngsten ADAC-Rechtsforums zum Thema
medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) abgegeben. Die
Psychologen, Mediziner, Juristen sowie Vertreter aus Justiz, Politik
und Verwaltung einigten sich auf die gemeinsame Empfehlung, künftig
das Untersuchungsgespräch bei der MPU durch eine Tonbandaufzeichnung
zu sichern. "Dadurch wird es jetzt möglich sein, im Streitfall Inhalt
und Verlauf der Untersuchung mit Hilfe der Mitschnitte genau
nachzuprüfen", erklärt ADAC-Jurist Dr. Michael Ludovisy.
    
    Die Teilnehmer des Rechtsforums wiesen wiederholt auf die
bestehende Rechtslage hin. So muss der Inhalt des MPU-Gutachtens für
den Auftraggeber stets klar nachvollziehbar sein. Außerdem dürfen
getilgte Verkehrsdelikte nicht zum Nachteil des Autofahrers verwendet
werden, wie das häufig in der Praxis vorkommt. Das Gremium sprach
sich für die strikte Überwachung der rechtlichen Vorgaben durch die
Fachaufsicht aus.
    
    Autofahrer sollen in Zukunft besser über die im Zusammenhang mit
einer MPU auftretenden Fragen und Probleme aufgeklärt werden. Nach
Auffassung der Forumsteilnehmer muss die Information über die aus
einer Alkoholfahrt entstehenden Probleme (Nachschulung, Vorbereitung
auf die MPU sowie die MPU selbst) möglichst frühzeitig erfolgen.
Intensive Diskussionen gab es auch zur künftigen Aus-gestaltung der
MPU. Im Vordergrund standen dabei geeignete Schulungsmaßnahmen, die
die Sperrfrist für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verkürzen
können. Solche Programme müssten neben der MPU auch im Rahmen von
Modellversuchen erprobt werden.
    
    Die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) steht aufgrund
der hohen Durchfallquote in der öffentlichen Kritik. Bei insgesamt
117 931 Begutachtungen im Jahr 2000 fielen 50 592 Kandidaten (42,9
Prozent) beim so genannten Idiotentest durch, 18 515 (15,7 Prozent)
mussten erst zur Nachschulung, bevor sie die Fahrerlaubnis zurück
bekamen. Nur 40,4 Prozent erhielten auf Anhieb eine positive
Beurteilung. Die Promillefahrer stellen mit 75 Prozent den
Löwenanteil der Kandidaten, gefolgt von den Punktesündern (11,6
Prozent) und Fahrern mit Drogenproblemen (6,9 Prozent). Aber auch
chronisch Kranke (Diabetiker und Personen mit
Herz-Kreislauf-Beschwerden) und Senioren müssen sich der MPU stellen,
wenn zum Beispiel nach einem Unfall Zweifel der Führerscheinstelle an
der Fahreignung aufkommen.  
    
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