Open Doors Deutschland e.V.

Chinas christenfeindliche Politik unter Xi Jinping
Kommunismus treibt Christenverfolgung voran - Pastoren wehren sich

Gottesdienst einer Hauskirche. Gottesdienste in Hauskirchen variieren in ihrer Größe von nur wenigen Christen bis zu mehreren hundert. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/78456 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Open Doors Deutschland e.V."
Gottesdienst einer Hauskirche. Gottesdienste in Hauskirchen variieren in ihrer Größe von nur wenigen Christen bis zu mehreren hundert. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/78456 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Open Doors Deutschland e.V."

Kelkheim (ots) -

Mit einer gemeinsamen Erklärung haben sich 48 Pekinger Hauskirchen 
gegen die zunehmende Beschneidung der Religionsfreiheit durch die 
kommunistische Partei und Regierung in China zur Wehr gesetzt. Das 
berichtet das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Die 
Kirchen machen damit auch auf die beunruhigende Entwicklung seit dem 
Inkrafttreten neuer Religionsgesetze im Februar 2018 aufmerksam.
Typisch für die verstärkte Unterdrückung und wachsende staatliche 
Kontrolle ist eine Anordnung an Kirchen in der Provinz Henan vom 
Juli: In jedem Gottesdienst sind demnach die Nationalhymne zu singen 
und die Flagge zu hissen. Außerdem sollen die Geistlichen persönliche
Daten ihrer Mitglieder vorlegen. Allein im März 2018 wurden in der 
Stadt Nanyang rund 100 Kirchen geschlossen. Für gesamt China gilt, 
dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht an Gottesdiensten 
teilnehmen dürfen. Das Regime will sie vom christlichen Glauben 
fernhalten, um sie zu treuen Kommunisten zu erziehen und außerdem das
schnelle Wachstum der Kirche bremsen.

Anknüpfen an kommunistische "Tradition" der Christenverfolgung

Bereits unter Mao und Stalin zeigte sich, dass Christenverfolgung 
unter kommunistischen Regimes häufig Teil des Systems ist. In der 
Vergangenheit folgte der Einschränkung der Religionsfreiheit oft die 
Schließung oder Zerstörung von Kirchengebäuden sowie Haft, 
Verschleppungen, Arbeitslager und Hinrichtungen von Christen, um 
deren Glauben auszulöschen. Der jährlich von Open Doors 
veröffentlichte Weltverfolgungsindex nennt den Kommunismus als eine 
Triebkraft der Christenverfolgung neben anderen, wie zum Beispiel 
Islamismus und religiös motiviertem Nationalismus.

Kirchen fordern von Regierung Schutz ihrer Rechte gemäß Verfassung

Nun haben am 23. Juli Pekinger Hauskirchen eine gemeinsame Erklärung 
an die chinesische Regierung gerichtet. Hier einige Auszüge:
Seit Februar 2018 erleben Kirchen in Peking, Shanghai, Sichuan, 
Guangdong, Henan und anderen Orten eine Veränderung des politischen 
Klimas im Bereich der Religionsfreiheit. Sie alle sind [...] mit 
Druck von vielen Seiten konfrontiert, unter anderem durch das 
wiederholte Eingreifen von Behördenvertretern an kirchlichen 
Versammlungsstätten. [...] Wir fordern die Regierung auf, das 
historische Wachstum und den aktuellen Zustand der Hauskirchen zu 
respektieren. Wir bitten sie, die etablierten religiösen 
Gepflogenheiten und die Handhabung christlicher Arbeit sowie die 
grundlegenden religiösen Freiheiten und Rechte der chinesischen 
Bürger zu respektieren.

1. Wir erklären, dass unsere Überzeugungen durch die Verfassung 
geschützt sind. Gemäß Artikel 33 Absatz 3 der chinesischen Verfassung
respektiert und schützt der Staat die Rechte des Einzelnen. Artikel 
36 der Verfassung besagt: "Die Bürger der Volksrepublik China haben 
Religionsfreiheit. Kein Regierungsorgan, keine soziale Gruppe oder 
Einzelperson darf einen anderen Bürger zwingen, an ein religiöses 
Bekenntnis zu glauben oder nicht zu glauben. [...]"

In der Nationalversammlung über die Religionsarbeit von 2016 heißt 
es: "Anhänger von Religionen stehen nicht in Opposition zur Partei 
und den Bürgern Chinas, sie sind auch kein Hindernis für oder 
widerwillig gegen den Aufbau des Sozialismus. Vielmehr sind sie eine 
positive Kraft und leisten verlässliche Beiträge und Stärke in der 
Entwicklung des chinesischen Sozialismus. Wenn dieser große Leib von 
Gläubigen als fremder (ausländischer) Einfluss betrachtet wird, der 
kontrolliert und geführt werden muss, oder als ein Gebilde, gegen das
es sich zu schützen gilt oder gegen das hart durchgegriffen werden 
müsste, so begehen wir einen der grundlegendsten Fehler und sind in 
die Irre geleitet. Wir müssen die Rechte und Interessen dieser großen
Gruppe von Gläubigen schützen."

2. Wir erklären, dass unser Glaube völlig im Einklang mit der Bibel 
und den christlichen Traditionen steht. Wir halten [...] uns an das 
"Apostolische Glaubensbekenntnis". Es gibt zwar Unterschiede in der 
Art und Weise, wie die Kirchen ihren Glauben leben, aber "die Kirche"
ist EIN Leib von Gläubigen, die alle den gleichen Heiligen Geist 
besitzen. In der Not stehen wir zusammen und unterstützen uns 
gegenseitig. [...]

3. Wir erklären, dass wir niemals unseren Glauben aufgeben werden. 
[...]

Ohne Religionsfreiheit wird jede Regierung scheitern

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert China aktuell an
43. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens 
am stärksten verfolgt werden. Markus Rode, geschäftsführender 
Vorstandsvorsitzender von Open Doors Deutschland, sagt: "Die 
kommunistische Ideologie führt in China wie auch in anderen 
kommunistischen Ländern zur Unterdrückung der Religions- und 
Meinungsfreiheit. In den letzten Jahrzehnten haben sich jedoch 
Millionen von Menschen in China dem christlichen Glauben zugewandt. 
Sie benötigen unsere Unterstützung. Deshalb ist es wichtig, dass wir 
als Christen in Deutschland jetzt für unsere Glaubensgeschwister in 
China beten und dass die Bundesregierung nicht wegschaut, sondern die
zunehmende Verfolgung von Christen zum Anlass nimmt, die Einhaltung 
der Religionsfreiheit bei den Machthabern in Peking einzufordern." 

Pressekontakt:

Für Fotos und Interviews mit Markus Rode wenden Sie sich bitte an
unser Pressebüro.

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T 06195 6767-180
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