Open Doors Deutschland e.V.

Nigerias Chibok-Mädchen und Vertreibung der Christen
15-jähriges Mädchen widersetzt sich Zwangsislamisierung

Die Eltern der noch immer vermissten 112 Chibok-Mädchen tragen schwer an dem Verlust ihrer Töchter. Trost finden sie durch die Hilfe der Kirchen und im Gebet. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/78456 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Open Doors Deutschland e.V."
Die Eltern der noch immer vermissten 112 Chibok-Mädchen tragen schwer an dem Verlust ihrer Töchter. Trost finden sie durch die Hilfe der Kirchen und im Gebet. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/78456 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung... mehr

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Kelkheim (ots) -

Vor genau vier Jahren, am 14. April 2014, entführte die islamistische
Gruppe Boko Haram 219 zumeist christliche Mädchen aus Chibok in 
Nordnigeria. Während mehr als 100 von ihnen teils nach Verhandlungen 
freigelassen wurden, teils fliehen konnten, werden 112 noch immer 
schmerzlich vermisst. Die Eltern haben Partner des christlichen 
Hilfswerks Open Doors um weitere Unterstützung gebeten. Sie betonten,
in Chibok werde nicht gefeiert, solange nicht alle Mädchen frei 
seien.

Gezielte Angriffe auf Christen mit Raub, Morden und Entführungen

Wegen der fortgesetzten Angriffe auf überwiegend christliche Dörfer 
im Mittelgürtel von Nigeria wandte sich am 8. Februar eine 11-köpfige
Bischofsdelegation der katholischen Kirche von Nigeria mit scharfen 
Worten an Präsident Muhammadu Buhari. Die Regierung sei "entweder 
unfähig oder unwillig", die Bevölkerung dort zu schützen. So hatten 
beispielsweise am 4. Dezember 2017 Fulani-Hirten mehrheitlich von 
Christen bewohnte Dörfer im Bundesstaat Adamawa angegriffen. Die zur 
Beendigung des Konflikts herbeigerufene Armee hatte jedoch laut 
Amnesty International die fliehenden Einwohner nicht beschützt, 
sondern bombardiert und dabei viele getötet.

In den Bundesstaaten Kaduna, Plateau, Nasarawa, Benue und Taraba 
ermordeten Angehörige der Fulani in den Jahren 2013 bis 2015 etwa 
6.500 Menschen. Allein zwischen Ende 2016 und Januar 2017 töteten sie
im Gebiet von Kagoro (Süd-Kaduna) mehr als 800 Christen. Die 
"International Crisis Group" mit Hauptsitz in Belgien berichtet von 
Überfällen auf mehr als 50 christliche Dörfer in 12 Monaten. "Die 
Fulani wollen die Christen unterwerfen, das Land zerstückeln, den 
Einfluss des Evangeliums schwächen und das gesellschaftliche und 
wirtschaftliche Leben zerstören. Ihre Agenda ist gegen die 
christliche Mehrheit im südlichen Kaduna gerichtet. Hinter dieser 
Form des Dschihad steckt eine starke finanzielle Unterstützung und 
Planung", warnten die Bischöfe der Region. Hunderte christliche 
Mädchen und Frauen wurden bislang entführt, unzählige Wohnhäuser und 
Kirchen zerstört, Ländereien und Besitztümer gestohlen. World Watch 
Research, die Feldforschungsabteilung von Open Doors, hat dazu im 
Januar den ausführlichen Bericht vorgelegt: "Nigeria: Southern Kaduna
and the atrocities of Hausa-Fulani Muslim herdsmen (May 2016 - 
September 2017)".

Nach Einschätzung des "Nigeria Conflict Security Analysis Network" 
geht es hierbei nicht um typische Gebietsstreitigkeiten, sondern um 
die Durchsetzung einer politischen Strategie: Nicht-islamische 
Gebiete sollen in das "Haus des Islam" überführt werden.

Neue Entführung in Dapchi: nur die Christin Leah Sharibu kommt nicht 
frei

Am 19. Februar 2018 haben Anhänger von Boko Haram mehr als 100 
Mädchen aus einer Schule in Dapchi, im Bundesstaat Yobe, entführt. 
Nach Verhandlungen mit den Entführern wurden am 21. März alle Mädchen
freigelassen - bis auf Leah Sharibu. Als die 15-jährige Christin kurz
vor ihrer Heimreise mit den anderen Schülerinnen aufgefordert wurde, 
den Islam anzunehmen, weigerte sie sich und musste deshalb bei den 
Entführern bleiben. Als Einzige.

Vertreibung der Christen aus Nigerias Norden beenden

Open Doors Deutschland berichtet seit Jahren über die anhaltende und 
strategisch ausgeübte Gewalt gegen Christen in Nigerias Norden. Der 
geschäftsführende Vorstandsvorsitzende Markus Rode sagt dazu: "Mehr 
als 13.000 Kirchen wurden in den letzten 17 Jahren im Norden Nigerias
geschlossen oder zerstört, tausende Christen ermordet und 
hunderttausende vertrieben. Boko Haram will dort ein Kalifat nach dem
Muster des Ur-Islam errichten, an dem die muslimischen 
Fulani-Viehhirten durch gezielte Angriffe gegen Christen mitbauen." 
Rode bittet um Gebet für die vielen Opfer der Verfolgung und 
erwartet, dass sich das Bundesministerium für wirtschaftliche 
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entschlossener bei der Regierung
in Nigeria für den Schutz von Christen einsetzt. Auf dem aktuellen 
Weltverfolgungsindex von Open Doors belegt Nigeria Rang 14, ist 
jedoch das Land mit dem zweithöchsten Gewaltaufkommen gegen Christen. 

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