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Kommentar zu den Aufständen in der arabischen Welt
Die Geschichte darf sich nicht wiederholen

Kelkheim (ots) - Demokratie funktioniert nicht ohne den Schutz von Minderheiten - auch religiösen. Die Christen in Afghanistan sind ein warnendes Beispiel dafür, was bei Vernachlässigung dieses Schutzes geschieht. Markus Rode, Leiter des christlichen Hilfswerks Open Doors Deutschland, appelliert: "Der Schutz christlicher und anderer Minderheiten muss für die Politik vorrangige Aufgabe sein. Sonst könnte es sein, dass uns in einigen Jahren Briefe der Christen aus Tunesien, Ägypten, Libyen erreichen - und wir keine Antwort haben, warum wir nicht alles versucht haben, damit sie ihren Glauben frei leben können."

Afghanistan: Christenverfolgung schlimmer als zu Taliban-Zeiten

Als nach der Befreiung des Landes von den Taliban im Jahr 2003 eine neue Verfassung entstand, schrieb die "afghanische verfolgte Kirche in Christus" an den damaligen US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Sie war bestürzt über den Verfassungsentwurf, weil der Schutz religiöser Minderheiten darin nicht vorgesehen war. Die Absender forderten: "Das Schwert des Islam sollte von Afghanistan entfernt werden und Afghanistan sollte ein Land werden, das nicht islamisch, sondern demokratisch ist. Ein Land, in dem alle Religionen Freiheit genießen." Es ging also nur um die Menschenrechte. Doch die Lage der Christen hat sich seither sehr verschlechtert. Belegte Afghanistan Anfang 2004 Platz 13 auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex, ist es heute bis auf Platz 3 in der Liste der Länder vorgerückt, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Einmischung nötig

Der Westen sollte daraus gelernt haben. Unvorhersehbar ist die Entwicklung der Situation in den Ländern des Nahen Ostens. Selbstverständlich bleibt es Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger dieser Länder, selbst - sprich demokratisch - verfassungsrechtliche Grundsätze festzulegen, wie man künftig miteinander leben will. Diese Aufgabe gilt auch für Status und Freiheit aller Religionsgruppen. Der Westen sollte aber nicht akzeptieren, wenn die Forderung nach einer verbindlichen Festschreibung und Durchsetzung der Menschenrechte als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Staates abgelehnt wird. Oder sich Menschenrechte der Kultur und Religion der Mehrheitsbevölkerung unterordnen müssen. Das Fenster für Veränderungen ist vielleicht nur wenige Wochen oder Monate offen. Diese Chance darf nicht verstreichen.

Dr. Daniel Ottenberg, Leiter Referat Menschenrechte bei Open Doors

Ausführlicher Kommentar unter http://www.presseportal.de/go2/pm03112011

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