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Donnerstag, 6. Oktober 2005, 21.10 Uhr
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Mainz (ots) - Donnerstag, 6. Oktober 2005, 21.10 Uhr

auslandsjournal mit Dietmar Ossenberg

Thema u. a.: Der Imam ruft zum Spiel – Wie ein türkischer Geistlicher ein Fußballteam trainiert

Staub wirbelt auf, als Nuwettin Bulut den Ball in Richtung Tor tritt. "Wenn man den Ball bekommt, gleich abziehen", schreit er. Dann rauscht der Ball ins Netz. Der Mann im Trainingsanzug ist der Trainer eines kleinen Dorfvereins aus der ostanatolischen Provinz in der Nähe von Bingöl. Die Spieler auf dem alten Ascheplatz hängen an seinen Lippen. Früher war er selbst Torwart, und er weiß, wie man die Männer zwischen den Pfosten überlistet.

Am nächsten Tag predigt Nuwettin, und wieder hören ihm alle zu. Diesmal nicht mit Jogginganzug auf dem Bolzplatz, sondern mit Talar in der prallgefüllten Moschee des Dorfs. Nuwettin ist Fußballtrainer und Imam in einem. Nicht alle im Dorf sind mit der Doppelrolle von Imam Bulut einverstanden. Die Konservativen meinen, ein Mann Gottes sollte nicht auch noch Fußball spielen.

Die Männer aus Buluts Team interessieren die kritischen Stimmen kaum. Für die kleine und die große Politik haben die Fußballverrückten aus Anatolien sowieso keinen Sinn. Sie diskutieren lieber über die Spielzüge des türkischen Topvereins Fenerbahce Istanbul, als über die Frage nach dem EU Beitritt ihres Landes.

Wie fußballverrückt die Türken wirklich sind, zeigt sich, als die kleine Kickertruppe unter ihrem Trainer-Imam in die Metropole Istanbul aufbricht, um live beim Spiel von Galatasaray Istanbul, dem Tabellenführer der türkischen Liga, dabei zu sein. Das Stadion ist vollbehängt mit Plakaten und glüht förmlich im rötlichen Licht der Bengalischen Feuer. Wie fast jeder Türke beten auch der Imam und seine Truppe die Halbgötter unten auf dem Rasen an, die Hakan Sükürs, Hasan Sas und Necati Ates.

Am Samstag werden die türkischen Stars in Istanbul gegen die deutsche Mannschaft antreten. Und wieder werden die türkischen Fans das Stadion in einen Hexenkessel verwandeln. Ein besonderer Prüfstein für die deutsche Elf. "Wir wollen sehen, wie sich die Spieler in einem emotionalen Auswärtsspiel wie in der Türkei verhalten", so der deutsche Teamchef Jürgen Klinsmann.

Dann wird Nuwettin mit seinen Kickern längst in der ostanatolischen Provinz zurück sein. Sie werden sich das Spiel im Fernsehen anschauen – natürlich nach dem Gang in Nuwettins Moschee. Unser Korrespondent Stephan Hallman hat drei Tage im Leben des türkischen Fußball-Imams begleitet.

Weitere Themen: Umkämpftes Öl – Chinas Griff nach Kasachstans Bodenschätzen Pandemie oder Panikmache? – US-Wissenschaftler und die Vogelgrippe

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