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08.07.2019 – 15:03

ZDF

ZDF-Programmhinweis

Mainz (ots)

Dienstag, 9. Juli 2019, 9.05 Uhr

Volle Kanne - Service täglich
Moderation: Ingo Nommsen

Gäste: Thorsten Bär, Comedian
Yael Adler, Dermatologin

Mehrwertsteuer-Irrsinn - Kaum einer blickt mehr durch
Tabuthema Menstruation - "Volle Kanne" redet offen darüber
Milchreistörtchen - Eine Leckerei von Armin Roßmeier



Dienstag, 9. Juli 2019, 12.10 Uhr

drehscheibe
Moderation: Tim Niedernolte

Ameisen, Silberfischchen und Co. - Wie wird man sie ohne Chemie los?
Expedition Deutschland: Ecklingerode - Reisen in dritter Generation
Mainzer Kultkneipe - Ein Bier "Bei Helga"



Dienstag, 9. Juli 2019, 17.10 Uhr

hallo deutschland
Moderation: Lissy Ishag

13-Jährige in Freiburg verschleppt - Urteil gegen 53-jährigen 
Elektriker



Dienstag, 9. Juli 2019, 17.45 Uhr

Leute heute
Moderation: Karen Webb

Belgiens Königspaar in Thüringen - Offizieller Besuch in Weimar
Max Simonischek auf der Opernbühne - In der Rolle des "Papageno"
"Camilla, Kate und Meghan" - ZDF-Dokumentation am Abend



Dienstag, 9. Juli 2019, 21.00 Uhr

Frontal 21
Moderation: Ilka Brecht

Geheimsache Restaurantkontrolle - Keime, Dreck und Ekel

Wie sauber ist mein Lieblingsrestaurant oder der Bäcker um die Ecke? 
Seit Januar ist das eigentlich kein Geheimnis mehr. Denn über die 
Online-Plattform "Topf Secret" können Verbraucher die Ergebnisse 
behördlicher Hygienekontrollen abfragen und anschließend 
veröffentlichen. Doch in der Branche gibt es Zweifel an der 
Rechtmäßigkeit des Projektes. 

Initiiert wurde "Topf Secret" von der Verbraucherorganisation 
"foodwatch" und der Transparenz-Initiative "FragDenStaat". Denn 
bisher wurde nur ein Bruchteil der amtlichen Lebensmittelkontrollen 
durch die Behörden veröffentlicht, kritisieren die Organisationen. 
Die Bundesregierung setzt auf ein System der freiwilligen 
Transparenz. "Was die Behörden bislang selber veröffentlichen müssen,
ist lächerlich", erklärt Oliver Huizinga von "foodwatch" gegenüber 
"Frontal 21". "Die Politik hat es nicht geschafft, für Transparenz zu
sorgen. Deshalb machen wir das jetzt, soweit es nun mal geht."

Mit ihrem Online-Portal wollen sie für die Bürger die Möglichkeit 
schaffen, über das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) an amtliche 
Kontrollergebnisse in Restaurants, Bäckereien und anderen 
Lebensmittelbetrieben zu gelangen. Seit Anfang dieses Jahres wurden 
nach Angaben der Initiatoren mehr als 28.000 Anträge gestellt und 
dadurch schwere Hygienemängel öffentlich: Schimmel im Thekenbereich 
bei einer Burger-Kette, verdorbene Meeresfrüchte in einer Pizzeria 
oder massiver Schädlingsbefall in einer Fast-Food-Filiale. Die 
meisten Behörden geben die Kontrollberichte an die Antragsteller 
heraus. Die können die Berichte dann auf der Online-Seite "Topf 
Secret" hochladen und somit für alle anderen Nutzer zugänglich 
machen.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, kurz DEHOGA, hält die 
Veröffentlichungen der amtlichen Prüfberichte auf "Topf Secret" 
dagegen für rechtlich fragwürdig. Der Lobbyverband unterstützt 
deshalb Gastronomen, die sich rechtlich wehren wollen. Zudem hatte 
DEHOGA bereits Anfang des Jahres Bundesverbraucherministerin Julia 
Klöckner (CDU) gebeten, die Veröffentlichungen auf "Topf Secret" zu 
unterbinden. Doch die Ministerin antwortete ausweichend und verwies 
auf die Zuständigkeit der Länderbehörden. "Frontal 21" über das Recht
der Verbraucher auf Auskunft, behördliche Auskunftspflichten und 
mangelnde Transparenz, gegen die der Staat nur wenig unternimmt.


Gangroboter nur für wenige - Wenn die Kasse nicht zahlt

Sogenannte Gangroboter, mit denen Schlaganfall-Patienten wieder 
laufen lernen können, gelten als nicht anerkannte Heilmittel durch 
den Gemeinsamen Bundesausschuss. Gesetzliche Krankenkrassen bezahlen 
diese robotergestützten Gangtherapien deshalb nicht. Sie 
argumentieren: Die Überlegenheit des Einsatzes gegenüber 
konventioneller Physiotherapie sei nicht mit "hinreichender Evidenz" 
belegt. Die Techniker Krankenkasse beispielsweise beruft sich dabei 
auf Analysen von Jan Mehrholz, Professor für Physiotherapie an der 
SRH Hochschule für Gesundheit. Gegenüber "Frontal 21" äußert sich der
Wissenschaftler überrascht: "Unsere Analysen zeigen eindeutig, dass 
jede siebte Gehbehinderung nach Schlaganfall vermeidbar wäre." Das 
bedeute, dass eigentlich viel mehr Patienten nach einem Schlaganfall 
mobil sein könnten, wenn man mit diesen Geräten arbeiten würde, 
erklärt Mehrholz. 

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung dagegen zahlt diese 
moderne Form der High-Tech-Rehabilitation - auch bei chronisch 
kranken Patienten. Sie profitiert davon, wenn ihre Patienten wieder 
mehr Selbstständigkeit erlangen können. Den Krankenkassen aber fehle 
der ökonomische Anreiz, in teure Reha-Maßnahmen zu investieren, denn 
letztlich ziehe daraus die Pflegeversicherung einen Nutzen, 
kritisieren Gesundheitsökonomen. "Frontal 21" berichtet, wie 
gesetzliche Krankenkassen Therapien mit Gangrobotern verweigern.


Verseuchte Grundstücke - Angst vor Bleivergiftung

Im Süden von Nordrhein-Westfalen liegt Mechernich. Als Stadt am 
Nationalpark Eifel erfreut sie sich seit Jahren großer Beliebtheit: 
bezahlbare Grundstücke in Autobahnnähe, Bahnanbindung und sehr viel 
Natur. Doch stellenweise ist der Boden offenbar mit hochgiftigem Blei
belastet.

Viele Familien aus dem Städtedreieck Köln, Bonn, Aachen haben sich in
Mechernich, das über Jahrhunderte ein Zentrum des Blei- und 
Silberbergbaus war, ihren Traum vom Eigenheim erfüllt. Nun sorgen die
Altlasten des einstigen Erzbergbaus seit Monaten für Aufregung in der
28.000-Einwohner-Kommune. Die Anwohner machen sich große Sorgen. Denn
per Zufall haben zugezogene Hausbesitzer erfahren, dass sie auf 
giftiges Blei gebaut haben. 

Behördenintern ist die extreme Bleibelastung weit über den 
Toleranzwerten seit Jahrzehnten bekannt, doch in öffentlichen 
Unterlagen, wie in Bebauungsplänen, tauchen sie nicht auf. In den 
Dokumenten, die den Bauherren beim Kauf vorgelegt wurden und die 
"Frontal 21" im Archiv des Landkreises einsehen konnte, sind die 
besorgniserregenden Bleiwerte verschwunden. 

Nachdem nun auch Bodengutachter und Toxikologen vor massiven 
Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung warnen, haben Hausbesitzer 
inzwischen Strafanzeigen gegen Vertreter von Stadtrat und Verwaltung 
erstattet. Denn Städte und Gemeinden haben von Amts wegen die 
Pflicht, vor Erstellung von Bebauungsplänen für "gesunde 
Wohnverhältnisse" zu sorgen. Mechernichs Bürgermeister Hans-Peter 
Schick, CDU, weist jede Verantwortung zurück: Von diesen Baugebieten 
gehe keine akute Gefährdung für die Bürger aus. "Frontal 21" über 
giftiges Blei, ahnungslose Grundstücksbesitzer und Behörden, die 
Gesundheitsgefahren vertuschen.


Nach dem Lübcke-Mord - Rechte Gewalt in Deutschland

Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sind 
Schock und Aufschrei gleichermaßen groß. Bundesweit äußern sich 
Politiker besorgt, nachdem bekannt wurde, dass der mutmaßliche Mörder
des CDU-Politikers schon länger als rechtsextrem bekannt ist - schon 
vor Jahren mit Kontakten in die rechte Szene aufgefallen war und 
mehrfach vorbestraft ist.

Im Umgang mit Rechtsextremen hätten Behörden und Politik womöglich 
nicht genau genug hingeschaut, stellt Bundespräsident Frank-Walter 
Steinmeier im ZDF-Sommerinterview fest. Angehörige von Opfern 
früherer rechtsextremer Gewalttaten behaupten das schon länger. Doch 
unternimmt der Rechtsstaat erst jetzt etwas, weil es einen Mann mit 
politischem Amt traf? Oder hat sich das Klima der Gewalt in 
Deutschland bereits so weit entwickelt, dass es eine neue Stufe von 
Hass und Gewalt gibt? 

Vor allem der AfD wird vorgeworfen, mit ihrer Rhetorik rechtsextreme 
Gewalt zu fördern. Am Fall Lübcke lasse sich "ganz deutlich sehen, 
wie Entgrenzung auch von Sprache, wie Hass und Hetze, wie sie auch 
von der AfD und von Verantwortlichen der AfD betrieben wird, 
Hemmschwellen so absenkt, dass sie augenscheinlich in pure Gewalt 
umschlagen", sagt die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. 
Auch ihr Parteikollege Friedrich Merz spricht von Mitschuld der AfD.

"Frontal 21" hat sich bei Politikern und Angehörigen früherer Opfer 
von rechtsextremer Gewalt umgehört - und in der rechtsextremen Szene 
recherchiert, für die der Lübcke-Mord nur der Anfang gewesen sein 
soll.

 

Pressekontakt:

ZDF Presse und Information
Telefon: +49-6131-70-12121





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