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26.03.2018 – 11:35

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Mainz (ots)

Sonntag, 8. April 2018, 24.00 Uhr

Precht
Verschwörungstheorien - Erfundene Wahrheiten?
Richard David Precht im Gespräch mit Prof. Harald Lesch,
Physiker, Philosoph und ZDF-Moderator "Leschs Kosmos"

Die erste Mondlandung hat nie stattgefunden, Nine-Eleven war das Werk
der CIA und Kondensstreifen vergiften uns. Verschwörungstheorien 
haben Hochkonjunktur. Vor allem im Netz.

Warum aber suchen immer mehr Menschen ihr Heil in 
Verschwörungstheorien? Das will Richard David Precht vom Physiker, 
Philosophen und ZDF-Moderator Professor Harald Lesch wissen.

Was ist Wahrheit? Über Jahrtausende hatten die meisten Menschen 
wenige Chancen etwas darüber zu erfahren. Wahrheit war, was die 
Herrschenden, insbesondere die Kirche als solche ausgab. Deshalb 
wurden Verschwörungstheorien in früheren Zeiten auch meist von den 
Mächtigen in die Welt gesetzt, um eigene zweifelhafte Handlungen zu 
legitimieren oder erwünschte Feindbilder zu installieren. Ob 
Hexenverfolgung, Papisten-Verschwörung und Freimaurertum damals, oder
Antisemitismus, Islamphobie und Gülen-Bewegung in unserer Zeit - 
stets geht es darum, durch "alternative Fakten" die Realität nach 
eigenem Gusto zu manipulieren. 

Heute entstehen Verschwörungstheorien eher in den Reihen 
verunsicherter und misstrauischer Bürger, die besonders in 
Krisenzeiten hinter komplexen und schwer nachvollziehbaren 
Ereignissen übermächtige und teuflische Drahtzieher vermuten, die die
Menschen vornehmlich aus Macht- und Habgier hinters Licht führen 
wollen. Dabei bietet ihnen - anders als früher - das Internet eine 
ideale Kommunikations- und Verbreitungsplattform. Man findet fast 
immer Gleichgesinnte, die den eigenen Glauben bestärken, und 
vermeintliches mediales Beweismaterial kann gleich tausendfach im 
Netz geteilt werden.

Doch warum trauen heute immer weniger Menschen den offiziellen 
Wahrheiten? Ist es die Ohnmacht der Abgehängten und Verunsicherten? 
Oder befeuern die immer häufiger aufgedeckten 'echten' 
Verschwörungen, man denke an die Bankenkrise oder die 
Abgasmanipulationen, so Richard David Precht, die Bereitschaft, an 
noch viel abwegigere Theorien zu glauben? Haben 
Verschwörungstheoretiker nur eine gesunde und begründete Skepsis, 
oder leiden sie allesamt an Realitätsverlust, fragt Precht seinen 
Gast Prof. Harald Lesch. 

Und wie passen Verschwörungstheorien in unser aufgeklärtes 21. 
Jahrhundert? Braucht der Mensch trotz Aufklärung und dem hohen 
Stellenwert der Vernunft irgendein emotionales, wenn nicht gar 
irrationales Gegengewicht? Ein Narrativ, dass die undurchschaubare 
Welt begreifbar macht? Einen Mythos, der die eigene Rolle im 
Weltgeschehen aufwertet?

Pressekontakt:

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