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ZDF-Pressemitteilung
ZDF-Politbarometer 1 im Juli 2002
Parteien wichtiger als Kandidaten
Weiter weder Mehrheit für Rot-Grün noch für Schwarz-Gelb

    Mainz (ots) - Auf die Frage, was für die Deutschen wichtiger ist, welche Parteien nach der Wahl zusammen die Regierung bilden werden oder wer Bundeskanzler wird, fällt das Urteil ganz eindeutig aus: Lediglich 25 Prozent halten es für wichtiger, wer Kanzler wird, aber 64 Prozent meinen, es ist entscheidend, welche Parteien nach der Wahl eine Regierungskoalition bilden (weiß nicht: 11 Prozent).          In der politischen Stimmung zeigen sich geringe Veränderungen: Die CDU/CSU liegt mit 41 Prozent (Juli 2: 40 Prozent) nur noch knapp vor der SPD mit 40 Prozent (Juli 2: 38 Prozent). Leichte Einbußen müssen die Grünen hinnehmen, die nur noch 7 Prozent (Juli 2: 8 Prozent) erreichen, während die FDP unverändert bei 8 Prozent bleibt. Ein weiteres Mal verschlechtert sich die PDS, die jetzt nur noch 3 Prozent erreicht (Juli 2: 4 Prozent).          Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, dann würde durch längerfristige Überzeugungen und auch taktische Überlegungen ein etwas anderes Ergebnis zustande kommen. In der Projektion gewinnen die großen Parteien zu Lasten der kleineren: SPD 37 Prozent (+1), B'90/Grüne 6 Prozent (-1), CDU/CSU 40 Prozent (+1), FDP 8 Prozent (-1), die PDS unverändert 5 Prozent, die anderen Parteien ebenfalls unverändert 4 Prozent. Damit gäbe es weiterhin weder für eine schwarz-gelbe noch für eine rot-grüne Koalition eine parlamentarische Mehrheit.

    Wenig Veränderung auch bei der Kanzlerfrage: "Wen hätten Sie
lieber als Bundeskanzler?". Hier hat sich der Vorsprung von Gerhard
Schröder (54 Prozent) auf Edmund Stoiber (38 Prozent) um einen
Prozentpunkt verringert (Juni 2: 54 Prozent : 37 Prozent; Rest
jeweils "weiß nicht").
    
    Unter die Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland, die
alle drei Monate durch die Befragten neu zusammengestellt wird, ist
erstmals wieder Lothar Späth gekommen, während Rudolf Scharping nicht
mehr vertreten ist. Von den zehn wichtigsten Politikern erhält
Joschka Fischer weiterhin die besten Noten (auf einer Skala von
-5/+5): 2,0 (Juni 2: 2,2). Gleich auf Platz zwei kommt Lothar Späth
(+1,7) und verdrängt damit Gerhard Schröder mit 1,5 (Juni 2: 1,7) auf
Platz 3. Danach folgen ebenfalls mit leichten Verlusten Angela Merkel
0,9 (Juni 2: 1,1) und Otto Schily 0,9 (Juni 2: 1,0). Unverändert
hingegen Edmund Stoiber mit 0,7 vor Hans Eichel ebenfalls 0,7 (Juni
2: 0,8). Danach folgen Renate Künast 0,5 (Juni 2: 0,6), Guido
Westerwelle unverändert 0,3 und Schlusslicht Gregor Gysi ebenfalls
unverändert  -0,4.
    
    70 Prozent geben an, von den Vorschlägen der Hartz-Kommission
schon einmal etwas gehört zu haben. Lediglich 27 Prozent der
Deutschen sind der Meinung, dass diese Vorschläge einen wirksamen
Beitrag zur Verringerung der Arbeitslosigkeit leisten können, 32
Prozent glauben das nicht, und neben den 30 Prozent, die von den
Vorschlägen noch nichts gehört haben, haben dazu weitere 11 Prozent
keine Meinung. Auch innerhalb der verschiedenen Parteianhängergruppen
sind die Erwartungen nicht sonderlich hoch: Für wirksam halten diese
Vorschläge bei den Anhängern der SPD: 37 Prozent, CDU/CSU: 24
Prozent, FDP: 30 Prozent, Grüne: 33 Prozent, PDS: 7 Prozent.
    
    Die Umfragen zum Politbarometer wurden wie immer von der
Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews
wurden in der Zeit vom 8. bis 11. Juli 2002 unter 1.031 zufällig
ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz
Deutschland. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 3,0
Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,6 Prozentpunkte.
    
    Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 26. Juli
2002, nach dem "heute-journal".
    
    
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