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ZDF-Pressemitteilung
ZDF-Politbarometer Juli 2001
Trotz schlechterer Beurteilung der wirtschaftlichen Lage:

    Mainz (ots) -
    
    Regierungsparteien stabil.
    Fischer auf Platz 1 bei den Top Ten
    
    In der politischen Stimmung in Deutschland bleibt die SPD seit
April stabil bei 42 Prozent, die CDU/CSU hat sich mit 36 Prozent
(Juni 37 Prozent) leicht verschlechtert. Bündnis 90/Die Grünen
unverändert bei 6 Prozent, die FDP deutlich verbessert 10 Prozent
(Juni 7 Prozent). Die PDS wie im Vormonat 4 Prozent.
    
    Auf die Frage, wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Lage in
Deutschland, antworten "gut" 15 Prozent. Im Februar sagten das noch
35 Prozent, im Mai 22 Prozent, im Juni 19 Prozent. Die
wirtschaftliche Lage bezeichnen im Juli 24 Prozent als schlecht, im
Februar waren das nur 9 Prozent, im Mai 18 Prozent und im Juni 23
Prozent. Als "teils gut, teils schlecht" bezeichnen 61 Prozent die
wirtschaftliche Lage, da hat es kaum Veränderungen in den letzten
Monaten gegeben.
    
    Wenn am nächsten Sonntag tatsächlich Bundestagswahl wäre, ergäben
sich trotz dieser Verschlechterung in der wirtschaftlichen Stimmung
kaum Veränderungen. Unsere Projektion: SPD unverändert 41 Prozent,
B'90/Grüne unverändert 5 Prozent, CDU/CSU 35 Prozent (-1), FDP 9
Prozent (+1), die PDS unverändert 5 Prozent und die anderen Parteien
5 Prozent.
    
    Rechnerisch möglich wäre damit eine Koalition aus SPD und FDP, aus
SPD, B'90/Grüne und PDS und natürlich die große Koalition.
    
    Auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland liegt
Joschka Fischer wieder auf Platz 1, das hatte er im Dezember 2000 das
letzte Mal geschafft.
    
    Außenminister Fischer erreicht 2.1 von allen Befragten (Juni 1.9),
Gerhard Schröder 2.0 (Juni 1.9), Hans Eichel 1.3 (Juni 1.2), Renate
Künast mit Einbußen 1.0 (Juni 1.2), Edmund Stoiber 0.9 (Juni 1.0),
Guido Westerwelle unverändert 0.7, ebenfalls unverändert Angela
Merkel 0.5, Rudolf Scharping 0.4 (Juni 0.3), Friedrich Merz -0.5
(Juni -0.4), Jürgen Trittin -0.7 (Juni -0.9).
    
    Für Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat sind immer mehr
Unionsanhänger, im Juli sprechen sich 60 Prozent für ihn aus, im
Januar waren das noch 47 Prozent, im Juni 56 Prozent. Für Angela
Merkel sind im Juli 20 Prozent, im Januar waren das noch 32 Prozent,
im Juni 16 Prozent. Mit 19 Prozent ist die Zahl der Unentschlossenen
im Juli zurückgegangen, im Juni waren das noch 23 Prozent.
    
    Im Vergleich zu Bundeskanzler Schröder ergeben sich - wie in den
letzten Monaten - kaum Veränderungen. Wenn Angela Merkel anträte,
dann hätten lieber 60 Prozent Schröder als Kanzler, 30 Prozent
Merkel. Wenn Edmund Stoiber Kanzlerkandidat der Union wäre, würden
Schröder 54 Prozent bevorzugen, Stoiber käme auf 37 Prozent.
    
    Im Kompetenzvergleich verschiedener Politikbereiche liegt die SPD
durchgehend vor der CDU/CSU.
    
    Die Lösung wirtschaftlicher Probleme: SPD 29 Prozent, CDU/CSU 21
Prozent.
    
    Arbeitslosigkeit: SPD 29 Prozent, CDU/CSU 21 Prozent. Sicherung
der Renten: SPD 29 Prozent, CDU/CSU 22 Prozent. Gesundheitswesen: SPD
23 Prozent, CDU/CSU 20 Prozent. Ausländerpolitik: SPD 25 Prozent,
CDU/CSU 21 Prozent. Auffallend ist, dass durchgehend die Hälfte der
Bürger keiner der Volksparteien die Lösung der Probleme zutraut.
    
    Die Einführung eines allgemeinen Pflichtpfandes auf Getränkedosen
wird auch nach der Ablehnung im Bundesrat von 65 Prozent der
Bundesbürger befürwortet, 31 Prozent sind dagegen.
    
    Aufgeschlüsselt nach den Anhängern der einzelnen Parteien zeigt
sich eine durchgehende Mehrheit für das Dosenpfand.
    
    Die weitgehende Gleichstellung gleichgeschlechtlicher
Lebensgemeinschaften mit der Ehe finden 55 Prozent gut, 39 Prozent
nicht gut. Betrachtet man die Anhänger der Parteien, so sind die
Befürworter bei den Grünen mit 89 Prozent am höchsten, PDS 71
Prozent, SPD 65 Prozent, FDP 47 Prozent und mit 37 Prozent bei
CDU/CSU die wenigsten Befürworter.
    
    Die Umfragen zum POLITBAROMETER wurden wie immer von der
Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews
wurden in der Zeit vom 16. bis 19. Juli 2001 unter 1.224 zufällig
ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz
Deutschland. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 2,7
Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,4 Prozentpunkte.
    
    Das nächste POLITBAROMETER sendet das ZDF am Freitag, dem 24. Aug.
2001, nach dem "heute-journal".
    
    Weitere Informationen zum POLITBAROMETER stehen gegen 19.00 Uhr im
Internet unter www.zdf.msnbc.de zur Verfügung.
    
ots Originaltext: ZDF
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

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