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Report aus München, heute: 21:00 Uhr

München (ots)

Neue Dimension beim Schweine-Doping
   Über 250 Tierärzte im 
   Fadenkreuz der Ermittler
Report aus München berichtet am Montag den 12.2.2001, im Ersten um
21:00 Uhr von der Aushebung einer Doping-Zentrale: Fahnder
rekonstruierten die Spur von 45 Tonnen illegaler Pharmasubstanzen für
die Schweinemast.
München. Von einem bundesweit operierenden illegalen Handel mit
Medikamten für die Schweinemast berichtet heute das ARD-Magazin
Report aus München. Jahrelang haben Tierärzte bundesweit illegal
Antibiotika an Schweinemäster verkauft. Nach den ersten Meldungen
über Antibiotika-Mißbräuche in Bayern und Baden-Württemberg in den
vergangenen Wochen wird damit das gesamte Ausmaß der
Antibiotika-Mafia deutlich. Staatsanwalt Detlev Dyballa aus dem
niedersächsischen Verden zu Report aus München: "Wir haben
festgestellt daß circa 250 Tierärzte im gesamten Bundesgebiet -
schwerpunktmäßig Bayern, Nordrhein-Westfalen und auch Niedersachsen -
derartige Substanzen bezogen haben."
Unter den 45 Tonnen beschlagnahmten Pharmaka waren hochgiftige
Bakterienkiller. Zwischen den Kisten, Flaschen und Kanistern fanden
die Ermittler beispielsweise Chloramphenicol, Metronidazol und
Dimetridazol. Diese Mittel sind seit Jahren EU-weit verboten und
wurden vermutlich aus China bezogen. Laut Report-Recherchen gelten
diese Stoffe als krebserregend.
Jeder zweite Landwird setzt Antibiotika als "Leistungsförderer"
ein, so Professor Wolfgang Witte vom Robert-Koch-Institut in
Wernigerode. Die Antibiotika werden auch weltweit illegal per
Internet vertrieben, wie Report aus München recherchierte.
In deutschen Krankenhäusern müssen immer häufiger Patienten
behandelt werden, die unter antibiotikaresistenten Bakterien leiden. 
Der Mensch nehme die Antibiotika in der Schweinemast durch den
Fleischverzehr auf. Bei Krankheiten müssten die Humanmediziner immer
teurere und gefährlichere Antibiotika einsetzen. Für Professor Franz
Daschner von der Uni-Klinik Freiburg ist dies ein "Teufelskreis".
Report aus München, Montag, den 12.2.2001, ARD 21:00 Uhr
RÜCKFRAGEN Klaus WIENDL, 
Telefon: 0172-8149570

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