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Studie zum Weltfrauentag: Mit mehr Frauen in Schlüsselpositionen wäre alles besser

Ipsos Grafik: Womens Day 2018 - Einstellungen
Ipsos Grafik: Womens Day 2018 - Einstellungen

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Hamburg, 07. März 2018. Es würde in der Welt besser laufen, wenn mehr Frauen in Wirtschaft und Politik Verantwortung hätten. Diese Meinung teilen laut einer weltweiten Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos in Zusammenarbeit mit "International Women´s Day" 61 Prozent der Bevölkerung in 27 Ländern. In Deutschland ist knapp jeder zweite (49%) dieser Ansicht. In der Türkei und Indien sind sogar jeweils drei Viertel der Befragten der Meinung, mit Frauen an der Macht sähe es besser aus.

Interessanterweise sind in den meisten Ländern auch mehrheitlich Männer dieser Ansicht, wobei der Frauenanteil fast immer signifikant höher ist. So finden in der Türkei 89 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer mehr Frauenpower in Schlüsselpositionen positiv.

Anteil weiblicher Geschäftsführer überschätzt

Dass beim Frauenanteil in höheren Positionen noch deutlich Luft nach oben ist, zeigt der Wert von 3 Prozent weiblicher Geschäftsführer in den 500 größten Unternehmen der Welt. Danach gefragt, verschätzen sich die Befragten erheblich. Die Deutschen schätzen den Anteil auf 15 Prozent, Malaysia, Mexiko und Peru liegen mit jeweils 29 Prozent am weitesten daneben. Südkorea kommt dem Realwert mit 9 Prozent noch am nächsten

Deutsche unterschätzen Frauenanteil im Parlament

Wenn es um den Anteil weiblicher Parlamentsmitglieder geht, sind die Schätzungen etwas genauer. Befragte in Japan, Kanada, Ungarn, Russland, der Türkei, China, Peru und Südkorea liegen mit ihren Annahmen fast richtig. Die Deutschen unterschätzen den wirklichen Frauenanteil im Parlament von 37 Prozent um 11 Prozent. Weitere Länder mit relativ hohen Anteilen weiblicher Parlamentarier wie Schweden (44%) oder Mexiko (42%) liegen in ihren Annahmen ebenfalls jeweils um ca. 10 Prozent unter dem wirklichen Wert.

Gleichstellung ist eine persönliche Angelegenheit

Insgesamt ist den Befragten die Gleichstellung von Mann und Frau sehr wichtig. Nur in Russland und Japan ist man nicht mehrheitlich dieser Ansicht, fast vier von zehn Befragten halten diese Frage für sich persönlich ausdrücklich für nicht wichtig. Vor allem die Männer können dieser Aussage wenig abgewinnen.

Anders in Deutschland, wo 74 Prozent der Befragten für sich persönlich die geschlechtliche Gleichstellung für wichtig erachten, Frauen und Männer sind hier ziemlich einer Meinung.

Mehr Gleichberechtigung muss nicht

Allerdings stimmen auch weltweit 45 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass es bezüglich der gleichen Rechte für Frauen in ihrem Land nun genug erreicht sei, genauso viele stimmen nicht zu, der Rest enthält sich. In Deutschland sind nur 30 Prozent der Ansicht, die Ziele der Gleichstellung seien schon erreicht, über die Hälfte (56%) denkt das nicht. Hier sind es insgesamt deutlich häufiger Männer als Frauen, die die diese Ansicht teilen.

Deutsche glauben nicht, dass sie etwas ändern können

Lediglich 37 Prozent der Deutschen denken, dass sie an der bestehenden Ungleichheit der gesellschaftlichen Stellung von Mann und Frau selbst etwas verändern können, 43 Prozent meinen, sie könnten es nicht. Vor allem Frauen haben hier wenig Vertrauen. Nur 32 Prozent, meinen sie könnten etwas ändern, bei den Männern sind es immerhin 42 Prozent. Im internationalen Vergleich steht Deutschland daher auf dem vorletzten Rang vor Russland (26%). Menschen, die verstärkt der Meinung sind, dass sie durch persönlichen Einsatz die Entwicklung der Gleichberechtigung vorantreiben können, leben in Peru (77%), Mexiko und Indien (jeweils 72%). Insgesamt sind nur 55 Prozent der befragten Menschen in allen Ländern der Meinung, dass jeder persönlich einen Beitrag zur Veränderung leisten kann.

Gleichstellung noch zu Lebzeiten?

Entsprechend glauben nur 43 Prozent der Deutschen, dass die Gleichstellung von Mann und Frau noch zu ihren Lebzeiten erreicht wird. In Japan ist man hier mit 25 Prozent noch pessimistischer, während je zwei Drittel der Peruaner und Inder (66%) daran glauben, diesen Tag noch zu erleben.

Steckbrief:

Diese Ergebnisse stammen aus der Studie "Women´s Day" die Ipsos in Kooperation mit "International Women´s Day" zwischen dem 2. Januar und 9. Februar 2018 unter 19.428 Befragten in 27 Ländern über das Ipsos Online Panel durchgeführt wurde. Teilnehmende Länder waren Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Serbien, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Türkei, Ungarn und die USA.

In Deutschland, Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Italien, Japan, Spanien, Großbritannien und den USA wurden ca. 1.000 Personen im Alter von 16-64 bzw. 18-64 Jahren befragt. In den restlichen Ländern wurden jeweils rund 500 Personen zwischen 16 und 64 Jahren befragt. Die Daten werden gewichtet, um dem Profil der Bevölkerung zu entsprechen. In 16 der 27 untersuchten Ländern werden bevölkerungsrepräsentative Stichproben generiert. Die anderen Länder, namentlich Brasilien, Chile, China, Indien, Malaysia, Mexiko, Peru, Russland, Saudi Arabien, Südafrika und die Türkei generieren eine nationale Stichprobe, die eher die etwas wohlhabendere Bevölkerung mit Online-Zugang umfasst, eine lebendige soziale Gruppe, die eine bedeutende und aufstrebende Mittelklasse repräsentiert.

Die "tatsächlichen" Daten für jede Frage werden aus einer Vielzahl von verifizierten Quellen für jede Frage und jedes Land entnommen - eine vollständige Liste der Quellen / Links zu den tatsächlichen Daten kann bei Bedarf angefordert werden.

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