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Fabrikbrand mit 28 Toten in Bangladesch: CCC kritisiert Einkäufer, Regierung und Produzenten scharf

Berlin (ots) - Bei einem Fabrikbrand im neunten und zehnten Stock von "That's IT Sportswear Ltd" außerhalb von Dhaka (Bangladesch) sind gestern mindestens 28 Menschen gestorben, etliche wurden verletzt. Die Arbeiter erstickten, wurden niedergetreten oder sprangen aus dem Gebäude. Die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und internationale Partner kritisieren internationale Einkäufer, die Regierung und die Fabrik scharf. "Diese Katastrophe hätte verhindert werden können", sagt Julia Thimm von INKOTA. Notwendige Sicherheitsmaßnahmen sind nicht ergriffen worden, obwohl die CCC schon seit Jahren auf die gravierenden Sicherheitsmängel hinweist. Erst im Februar dieses Jahres hatte es beim H&M-Zulieferer Garib&Garib gebrannt. "Wir haben die Firmen gewarnt, dass dies wieder passieren wird", so Thimm.

Bei "That's IT Sportswear Ltd" lassen internationale Einkäufer wie Gap und Wrangler (VF Corporation) produzieren. Die Fabrik wird von dem in Bangladesch bedeutenden Produzenten Hameem Group geführt, der schon in der Vergangenheit aufgrund von Arbeitsrechtsverletzungen wie der Einschränkung der Vereinigungsfreiheit auffiel. Die Firma ist dafür bekannt, Aufträge an Unterzulieferer weiterzugeben, so dass in der Fabrik möglicherweise auch Produkte anderer Marken hergestellt werden. Nach Angaben auf der Website der Hameem Group zählen u.a. H&M, Inditex (Zara), Walmart und Carrefour zu den Einkäufern.

Augenzeugenberichten zufolge waren mindestens zwei der sechs Notausgänge verschlossen. Die bangladeschische Bekleidungsindustrie ist bekannt für gravierende Sicherheitsmängel wie verschlossene Notausgänge oder kaputte Feuerlöscher. Es kommt oft zu Unfällen mit tödlichen Folgen. "Wir fordern seit Jahren von deutschen und europäischen Bekleidungsfirmen gegen die mangelnden Sicherheitsstandards in Bangladesch vorzugehen", sagt Thimm. "Bisher haben die Unternehmen allerdings nicht genug unternommen, so dass schon wieder Arbeiter sterben mussten."

Nach dem Brand bei dem H&M-Zulieferer Garib&Garib im Februar dieses Jahres waren auch die Einkäufer bei Hameem mit den Vorwürfen der CCC und ihrer internationalen Partner konfrontiert worden. Genaue Kontrollen aller mehrstöckigen Gebäude, fachmännischer Brandschutz und ein Mitspracherecht der Beschäftigten zählen zu den geforderten Maßnahmen. Einkäufer, Regierung und Produzenten haben allerdings versäumt, die notwendigen Schritte zu ergreifen. "Arbeiter sterben, während Einkäufer, Regierung und Produzenten sich nicht einigen können, wer nun die nötigen Schritte einleiten soll", sagt Thimm.

Die CCC und ihre internationalen Partner fordern die Einkäufer der Hameem Group auf, die verletzten Arbeiter medizinisch zu versorgen. "Die Verletzten und die Hinterbliebenen der Toten müssen angemessen für ihren jetzigen und zukünftigen Einkommensverlust entschädigt werden", sagt Thimm.

Pressekontakt:

Julia Thimm
Kampagne für Saubere Kleidung
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