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Kölnische Rundschau: zur oscar-Verleihung

    Köln (ots) - Man hatte sich schon ein bisschen ans Gewinnen gewöhnt: 2003 holte Caroline Links "Nirgendwo in Afrika" für Deutschland den Auslands-Oscar, 2007 legte Florian Henckel von Donnersmarck mit "Das Leben der Anderen" nach. Dann riss die "Wir sind Oscar"-Serie. Zwar hielten "Die Fälscher" 2008 den Titel im deutschen Sprachraum - allerdings für Österreich. Und im Vorjahr scheiterten Bernd Eichinger und Uli Edel mit ihrem "Baader Meinhof Komplex". Diesmal schien das Comeback der Deutschen nur Formsache zu sein: "Das weiße Band" war nach Siegen in Cannes und beim Europäischen Filmpreis haushoher Favorit. Was womöglich zum Nachteil ausschlug, denn die Academy lässt sich ungern durch allzu üppigen Vorschusslorbeer unter Druck setzen. Nur bei Christoph Waltz machten die Juroren eine Ausnahme. Auch ein Österreicher, gewiss, aber in einem Film mit deutschem Thema und deutschem Drehort. Babelsberg sammelt damit gewiss Pluspunkte im harten Kampf einheimischer Produktionsstätten und Förderanstalten: 2009 hatte sich NRW über Kate Winslets Oscar gefreut, da "Der Vorleser" auch in Köln gedreht worden war. Überhaupt sind deutsche Produzenten mittlerweile regelmäßig an internationalen Erfolgen beteiligt - die Kölner Firma "Heimatfilm" etwa produzierte den Berlinale-Sieger "Honig". Insgesamt 13 deutsche Oscar-Hoffnungen durfte man sich für 2010 machen, was deutlich zeigt, dass die hiesige Filmwirtschaft kein Papiertiger mehr ist. Im Koproduktions-Dschungel freilich ist das "Geburtsland" eines Films oft kaum zu entschlüsseln; wer hätte gewusst, dass "Ein russischer Sommer" in Sachsen-Anhalt entstand? Nun, auch Hauptdarstellerin Helen Mirren ging leer aus - taufte das Bundesland aber in "Sexy Anhalt" um. Und im brandenburgischen Netzow, wo "Das weiße Band" entstand, freut man sich, dass in einem kurzen Ausschnitt weltweit die Dorfkirche zu sehen war. Dort geht das Leben weiter - fürs deutsche Kino übrigens auch. Der nächste Oscar kommt bestimmt.

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