Großer Andrang beim Bildungsevent „Schule NEU denken“ an der Uni Osnabrück
Auf große Resonanz ist die gemeinsame Bildungsveranstaltung „Schule NEU denken“ der Initiative Osnabrücker Schulen im Aufbruch (OSIA), der Volkshochschule Osnabrück und des Zentrums für Lehrkräftebildung (ZLB) der Universität Osnabrück gestoßen.
Bildungsstadt im Dialog: Osnabrück diskutiert die Schule der Zukunft
Großer Andrang beim Bildungsevent „Schule NEU denken“ an der Uni Osnabrück
Auf große Resonanz ist die gemeinsame Bildungsveranstaltung „Schule NEU denken“ der Initiative Osnabrücker Schulen im Aufbruch (OSIA), der Volkshochschule Osnabrück und des Zentrums für Lehrkräftebildung (ZLB) der Universität Osnabrück gestoßen. Im ausverkauften Hörsaal an der Kolpingstraße diskutierten Lehrkräfte sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Osnabrück und Umgebung über die Zukunft von Schule im Kontext gesellschaftlicher Transformationen.
Den Auftakt machte der ehemalige Schulleiter und Bildungsreformer Stefan Ruppaner, der mit seiner zweifach mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichneten Alemannenschule in Wutöschingen (Schwarzwald) bundesweit Maßstäbe gesetzt hat. In seinem Vortrag unter dem provokanten Titel „Unterricht ist aller Übel Anfang“ stellte er ein Schulkonzept vor, das selbstorganisiertes Lernen konsequent in den Mittelpunkt rückt und klassische Unterrichtsstrukturen grundlegend hinterfragt.
Im Anschluss vertieften zwei Podiumsrunden mit Expertinnen und Experten aus Praxis, Politik und Wissenschaft zentrale Fragestellungen. Zu den Diskutierenden zählten unter anderem Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, die Landrätin des Landkreises Osnabrück Anna Kebschull sowie der Landesschülersprecher Matteo Feind. Gemeinsam erörterten sie die Rahmenbedingungen für zeitgemäße Schulen und die Frage, wie Bildungseinrichtungen auf Herausforderungen wie Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und Demokratiebildung reagieren können.
„Wir brauchen mutigere Strukturen“, forderte dabei Oberbürgermeisterin Katharina Pötter. „Es sollte nicht dabeibleiben, dass Kommunen lediglich Gebäude bauen und Hausmeister einstellen. Ich wünsche mir, dass wir als Stadt auch pädagogische Akzente setzen können. Osnabrück hat als Friedensstadt – und auch als Start-up-Hauptstadt Niedersachsens – ein eigenes Profil. Es sollte möglich sein, dieses Profil viel stärker und unmittelbarer in die Schulen zu tragen.“
Kontrovers diskutiert wurde auch die Rolle der universitären Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Prof. Dr. Sven Thiersch, Professor für Schulpädagogik an der Universität Osnabrück, betonte in diesem Zusammenhang: „Wenn wir Schule wirklich neu denken wollen, müssen wir auch die Lehrerinnen- und Lehrerbildung neu ausrichten. Es geht darum, zukünftige Lehrkräfte so zu professionalisieren, dass sie gesellschaftliche Entwicklungen wie die Digitalisierung reflektiert einbinden, selbstorganisierte Lernprozesse begleiten und Schule als demokratischen Erfahrungsraum gestalten können.“
Der Abend war geprägt von einer lebendigen Beteiligung des Publikums. Dabei wurde deutlich, dass Osnabrück über großes Potenzial verfügt, sich als Bildungsstadt weiter zu profilieren. Eine enge Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Schulen und Universität kann vielfältige Schulentwicklungen anstoßen – im Sinne der nächsten Generationen.
Weitere Informationen für die Medien:
Prof. Dr. Sven Thiersch, Universität Osnabrück
Institut für Erziehungswissenschaften
E-Mail: sven.thiersch@uni-osnabrueck.de
Cornelia Achenbach, Universität Osnabrück Kommunikation und Marketing / Redakteurin Neuer Graben 29/Schloss, 49074 Osnabrück
E-Mail: cornelia.achenbach@uni-osnabrueck.de
Weiteres Material zum Download Dokument: 27_PM_Schule_Thiersch_März_2026.docx