PRESSEPORTAL Presseportal Logo
Alle Storys
Folgen
Keine Story von Universität Osnabrück mehr verpassen.

10.12.2020 – 17:00

Universität Osnabrück

Clever und smart: Rabenvögel ziehen beim Hütchenspiel mit Menschenaffen gleich - Studie zur Intelligenz von Raben der Uni Osnabrück und des Max-Planck-Instituts für Ornithologie

Clever und smart: Rabenvögel ziehen beim Hütchenspiel mit Menschenaffen gleich - Studie zur Intelligenz von Raben der Uni Osnabrück und des Max-Planck-Instituts für Ornithologie
  • Bild-Infos
  • Download

OSNABRÜCK.- Dass Rabenvögel erstaunlich schlau sind, weiß eigentlich jedes Kind. Bis jetzt hatten Forscher jedoch nur Einzelaspekte der kognitiven Fähigkeiten von Rabenvögeln untersucht und kaum etwas war über die kognitive Entwicklung bekannt. Eine neue Studie aus dem Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Pika hat diese Forschungslücke aufgegriffen und die physischen und sozialen Fähigkeiten von Kolkraben mit denen von Schimpansen und Orang-Utans verglichen. In der Fachzeitschrift Scientific Reports wurden die Ergebnisse nun unter dem Titel "Ravens parallel great apes in physical and social cognitive skills" veröffentlicht.

183/2020 10.12.2020

Clever und smart: Rabenvögel ziehen beim Hütchenspiel mit Menschenaffen gleich -

Studie zur Intelligenz von Raben der Uni Osnabrück und des Max-Planck-Instituts für Ornithologie

OSNABRÜCK.- Dass Rabenvögel erstaunlich schlau sind, weiß eigentlich jedes Kind. Bis jetzt hatten Forscher jedoch nur Einzelaspekte der kognitiven Fähigkeiten von Rabenvögeln untersucht und kaum etwas war über die kognitive Entwicklung bekannt. Eine neue Studie aus dem Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Pika hat diese Forschungslücke aufgegriffen und die physischen und sozialen Fähigkeiten von Kolkraben mit denen von Schimpansen und Orang-Utans verglichen. In der Fachzeitschrift Scientific Reports wurden die Ergebnisse nun unter dem Titel "Ravens parallel great apes in physical and social cognitive skills" veröffentlicht.

Die Studie stellt die erste systematisch-quantitativ groß angelegte Untersuchung der physischen und sozialen Fähigkeiten von Kolkraben dar und bezieht auch die kognitive Entwicklung mit ein. Die Forschenden passten dazu eine experimentelle Testbatterie, die für Primaten entwickelt wurde, an Rabencharakteristika an.

"Um zum Beispiel herauszufinden, ob Raben wissen, wo sich Futter befindet, haben wir Leckereien unter einem Becher versteckt und ihn zwischen anderen Bechern hin- und her bewegt wie bei einem 'Hütchenspiel'. Ein Rabe wählt einen Becher aus, indem er mit seinem Schnabel dagegen pickt oder mit dem Schnabel auf ihn zeigt, ein Schimpanse würde dies dagegen mit seinen Fingern machen", erklärt Dr. Miriam Sima vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Starnberg, die die Raben im Rahmen ihrer Doktorarbeit auch aufgezogen hat. Die getesteten Raben zeigten demnach bereits im Alter von nur vier Monaten eine vergleichbare kognitive Leistung wie die Menschenaffen, und die Performance veränderte sich nicht sehr über den Testzeitraum.

"Im Alter von vier Monaten sind Rabenkinder schon relativ selbstständig und fangen an, sich für Nichtbrüterverbände zu interessieren. Folglich müssen sie vor allem kognitiv für diese neuen Herausforderungen gewappnet sein", sagt Studienleiterin Prof. Dr. Simone Pika von der Universität Osnabrück.

Insgesamt wurden acht Raben im Alter von vier, acht, zwölf und 16 Monaten in neun physischen Aufgabenbereichen (zum Beispiel im Bereich "Räumliches Verständnis"), und sechs sozialen Aufgabenbereichen (zum Beispiel im Bereich "Kommunikation") getestet. Die Studienergebnisse zeigten, dass die Raben vor allem Tests zum Verstehen von Mengen und Kausalketten sowie das soziale Lernen und die Kommunikation genauso gut meisterten wie Schimpansen und Orang-Utans. Die Forscherinnen planen nun, neue vergleichende Test-Batterien zu entwickeln, die nicht nur Menschen-spezifische, sondern auch artspezifische Fähigkeiten miteinbeziehen, und einen größeren Schwerpunkt auf den Einfluss von Sozialisierung und Entwicklung auf kognitive Leistung legen.

Link zum Artikel: http://nature.com/articles/s41598-020-77060-8

Informationen für die Redaktionen:

Prof. Dr. Simone Pika

Universität Osnabrück

Vergleichende Kognitionsbiologie

Institut für Kognitionswissenschaft

Artilleristrasse 68, 49076 Osnabrück

Tel.: +49 541 969 2721

E-Mail: spika@uos.de

Dr. Utz Lederbogen
Pressesprecher Universität Osnabrück
Tel. +49 541 969 4370
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de
Weiteres Material zum Download

Dokument: 183_PM_Veroeffentlic~a_GER_20201210.docx