Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Dezember und im Jahr 2001 / Ende Dezember 3.963.500 Arbeitslose
Teil 8 von 13

    Nürnberg (ots) - Langzeitarbeitslosigkeit hat sich 2001 stark
verringert. Die jahresdurchschnittliche Zahl der Arbeitslosen, die
bereits über ein Jahr nach einer Beschäftigung suchen, nahm um 12
Prozent auf 810.300 ab. Eine Rolle hierfür dürften auch demografische
Gründe sowie die stärkere Inanspruchnahme des § 428 SGB III spielen,
da vor allem Ältere langzeitarbeitslos sind. Der Anteil der
Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen hat sich von 36 Prozent
auf 33 Prozent verringert. Männer und Frauen waren in etwa gleichem
Maße von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen (32 Prozent bzw. 34
Prozent).      
    
    Arbeitsmarktpolitik 2001: Vorruhestandsähnliche Regelungen mehr
genutzt
    
    Die Gewährung von Kurzarbeitergeld hat im Jahresverlauf 2001 stark
zugenommen; jahresdurchschnittlich erhöhte sich die Zahl der
Kurzarbeiter um 34.500 auf 96.100. Zum Anstieg haben zahlreiche
Wirtschaftszweige beigetragen, insbesondere das Verarbeitende
Gewerbe. Zwar verringerte sich der durchschnittliche
Arbeitszeitausfall stark um 7 Prozentpunkte auf 47 Prozent; wegen des
stärkeren Anstiegs der Kurzarbeiterzahl erhöhte sich jedoch das
Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit (Zahl der Kurzarbeiter mal
durchschnittlichem Arbeitszeitausfall) deutlich (rd. +12.000 auf rd.
45.000).
    
    Von der Bundesanstalt geförderte berufliche Bildung verlor im
Berichtsjahr spürbar an Gewicht. So lag Anfang Januar der Bestand an
Teilnehmern noch um 23.500 über dem des Vorjahres, Ende Dezember
unterschritt er ihn um 28.900. Im Jahresdurchschnitt gab es indes nur
ein leichtes Minus; mit 242.000 Teilnehmern in Maßnahmen der
beruflichen Weiterbildung und der Wiedereingliederung Behinderter
waren es 3.800 weniger. Die Abnahme entfällt nahezu allein auf
berufliche Weiterbildung (-3.300 auf 209.000), während Rehabilitation
nur wenig zurückging (-600 auf 33.000). Im Berichtsjahr begannen
310.300 Personen eine solche Maßnahme, 77.800 weniger (Weiterbildung:
-76.700 auf 261.200; Rehabilitation: -1.100 auf 49.100). Auch
Deutsch-Sprachlehrgänge wurden erneut etwas weniger nachgefragt; dies
könnte auch auf die relativ schwachen Zuzüge von Spätaussiedlern bis
zum Frühjahr 2001 zurückzuführen sein. Im Jahresdurchschnitt gab es
19.500 Teilnehmer, das ist eine Abnahme um 2.100. Im Laufe des Jahres
begannen 43.000 Personen einen solchen Kurs, 4.000 weniger als 2000.

    In Beschäftigungschaffenden Maßnahmen (BSM) des zweiten Arbeitsmarktes waren merklich weniger Personen tätig. Zu Jahresbeginn lag der Bestand erst um 1.300 unter dem Vorjahreswert, am Ende um 12.200. Diese Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Arbeitsämter im Berichtsjahr die Förderung von Beschäftigung am zweiten Arbeitsmarkt zugunsten der des ersten stärker verringerten. Jahresdurchschnittlich fanden 60.900 Menschen mit ungünstigen Arbeitsmarktchancen so eine befristete Tätigkeit, 7.700 weniger als 2000. Die Abnahme traf fast allein ABM (-7.400 auf 50.600; traditionelle SAM: -200 auf 10.300). Die Zugänge in BSM des zweiten Arbeitsmarktes blieben ebenfalls deutlich hinter jenen des Vorjahres zurück. Mit 73.400 Eintritten gab es eine Abnahme von 16.000, und zwar allein bei ABM (-16.800 auf 61.900; dagegen traditionelle SAM: +800 auf 11.500).          Die direkte Förderung regulärer Beschäftigung hat sich im Verlauf des Berichtsjahres vergleichsweise wenig verändert. Im Jahresdurchschnitt nahm der Teilnehmerbestand um 5.000 auf 102.900 ab. Dies ist vor allem auf weniger Eingliederungszuschüsse zurückzuführen (-3.800 auf 47.000; dagegen Überbrückungsgeld: +1.100 auf 28.700). Im Jahresverlauf nahmen mit Unterstützung dieser Instrumente (einschließl. Arbeitnehmerhilfe) 166.400 Personen eine Beschäftigung auf, 18.700 weniger als im Vorjahr. Auch diese Abnahme beruht insbesondere auf Eingliederungszuschüssen (-18.500 auf 62.700; dagegen Überbrückungsgeld: +2.300 auf 64.500).          Das Sofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit zeigte im Jahresverlauf eine günstige Entwicklung. Während die Teilnehmerzahl Anfang Januar noch deutlich unter dem Vorjahreswert lag, übertraf sie diesen im Dezember um 4.700. Jahresdurchschnittlich befanden sich 39.000 junge Menschen im Programm, das ist ein Minus von 3.000. Die Arbeitsämter haben im Berichtsjahr 88.900 meist Jugendliche in die verschiedenen Maßnahmen gebracht, 16.300 mehr als 2000.          Freie Förderung hat weiter kräftig zugelegt. Im abgelaufenen Jahr wurden insgesamt 368.300 Leistungen bewilligt, 71.900 mehr als 2000. Dabei haben 37.800 Personen an Maßnahmen teilgenommen, die zu einem Internet-Zertifikat führten.          Die Arbeitslosigkeit Älterer wurde 2001 stark zunehmend durch die Regelung des § 428 SGB III entlastet. Während Anfang Januar erst 3.900 Personen mehr als vor Jahresfrist diese Möglichkeit nutzten, waren es Ende Dezember ca. 47.000 mehr. Im Jahresdurchschnitt gab es ca. 141.000 derartige Leistungsempfänger, ein Plus von ca. 31.000. Auch die von der Bundesanstalt geförderte Altersteilzeit entwickelte sich 2001 positiv. Jahresdurchschnittlich machten ca. 40.000 Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch, ca. 14.000 mehr als im Vorjahr. Mit ca. 36.000 Eintritten gab es einen Zuwachs von ca. 10.000.

    - Teil 9 folgt -

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