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07.08.2001 – 09:55

Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juli 2001
Abkühlung belastet weiterhin den Arbeitsmarkt - Teil 4 von 10

Nürnberg (ots)

Die nach wie vor beträchtliche Differenz zwischen
gemeldeten Ausbildungsstellen und gemeldeten Bewerbern einerseits
sowie zwischen noch unbesetzten Ausbildungsplätzen und noch nicht
vermittelten Bewerbern andererseits heißt nicht, dass in dieser
Größenordnung jetzt oder später Lehrstellen fehlen. Denn diese Lücken
sind regelmäßig auch in den Sommermonaten noch beträchtlich und
verringern sich zum Ende des Berufsberatungsjahres stark (vgl. Kasten
"Hinweise zum Verständnis ..."). Aus der bisherigen Entwicklung lässt
sich abschätzen, dass zum Ende des Berufsberatungsjahres bundesweit
ein rechnerischer Ausgleich von gemeldeten Ausbildungsstellen und
Bewerbern wohl möglich sein wird.
Bestand, Zugang und Laufzeiten von Stellen grundsätzlich
betrachtet
Der Bestand der den Arbeitsämtern gemeldeten Stellen hat von 1997
bis Ende letzten Jahres beträchtlich zugenommen; seitdem geht er
wieder zurück. So waren im Jahr 2000 bundesweit durchschnittlich
514.000 Positionen registriert, das waren 13 Prozent mehr als 1999
und 52 Prozent mehr als 1997. Das gesamtwirtschaftliche
Stellenangebot, das auch die den Arbeitsämtern nicht gemeldeten
Offerten einschließt, ist im gleichen Zeitraum - nach Ergebnissen
einer regelmäßigen Erhebung im Auftrag des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) jeweils im vierten Quartal -
noch stärker gewachsen, nämlich um 25 Prozent bzw. 80 Prozent auf
1,46 Mio. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 5
Prozent bzw. 11 Prozent auf 3,89 Mio verringert. Entsprechend
verbesserte sich das Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitslosen
spürbar: Während 1997 einer gemeldeten Stelle 13 Arbeitslose
gegenüberstanden, waren es im Jahr 2000 noch 8. Berechnet mit dem
gesamten Stellenangebot veränderte sich diese Relation von 1 zu 5 auf
1 zu 3. Allerdings hat sich diese Entwicklung im Zuge der
konjunkturellen Abschwächung in letzter Zeit nicht mehr fortgesetzt;
saisonbereinigt nimmt der gemeldete Stellenbestand seit Dezember 2000
ab und die Arbeitslosigkeit zu. Ende Juli lag die Zahl der gemeldeten
Positionen mit 522.000 um 6 Prozent unter der des Vorjahres.
Bei der Interpretation dieser Ergebnisse sind zwei Dinge zu
beachten. Zum Einen bedeutet ein Bestand an noch nicht besetzten
Stellen nicht, dass die Zahl der Beschäftigten in jedem Fall in
gleichem Ausmaß höher sein könnte. Denn ein großer Teil der Stellen
ist nicht sofort, sondern erst später zu besetzen; nach Ergebnissen
der letzten IAB-Befragung im Herbst 2000 belief sich dieser Anteil an
allen Angeboten auf 27 Prozent und an den gemeldeten auf 14 Prozent.
Außerdem ist die Summe der Stellenangebote von einzelnen Betrieben
nicht unbedingt zusätzliche Nachfrage der Gesamtwirtschaft. Dabei
handelt es sich zur Hälfte um Ersatzbedarf; evtl. werden im
Zusammenhang mit Einstellungen sogar Personen entlassen, sei es an
gleicher oder an anderer Stelle desselben Betriebes oder in
Konkurrenzbetrieben.
Zum Anderen ist der Bestand an Stellen - anders als man immer
wieder hört - kein fester Block von Angeboten, die nicht besetzt
werden können, im Gegenteil: Im Jahr 2000 sind bei den Arbeitsämtern
4,10 Mio Stellen eingegangen und 4,06 Mio wurden erledigt. Damit hat
sich der gemeldete Stellenbestand von rd. einer halben Million etwa
acht Mal umgeschlagen. 51 Prozent der Stellen (Ohne ABM- und
traditionelle SAM-Stellen, Daueraufträge und Stellen im
Job-Service-Bereich.) hatten eine (gemessene) Laufzeit von weniger
als einem Monat und 80 Prozent von längstens drei Monaten; nur bei 5
Prozent dauerte es mehr als ein halbes Jahr. Im Durchschnitt betrug
die (berechnete) Zeitspanne zwischen Zu- und Abgang aller Stellen
61/2 Wochen.
Der Bestand an Stellen ist also durch ein hohes Maß an Bewegung
charakterisiert. Grundsätzlich gilt: Je mehr Stellen den
Arbeitsämtern gemeldet werden, desto größer ist der Stellenbestand,
denn jedes einzelne Angebot schlägt sich für die Dauer seiner
Laufzeit im Bestand nieder. Nur wenn es möglich wäre, jede Stelle im
Augenblick ihres Zugangs zu besetzen, gäbe es nie einen
Stellenbestand. Das ist aber faktisch unmöglich, denn das
Zusammenführen von Bewerbern und Stellen und die Entscheidungen von
Betrieben und Bewerbern brauchen Zeit, und zwar vor allem bei
höherqualifizierten Tätigkeiten. Darüber hinaus nehmen
Stellenmeldungen und Laufzeiten im Konjunkturaufschwung mit
steigendem Kräftebedarf regelmäßig zu und in Schwächephasen eher ab.
Die Zunahme des Stellenbestands kann somit zwei Ursachen haben:
Mehr Stellenmeldungen und/oder längere Laufzeiten. Beide Faktoren
haben Ende der 90er Jahre eine Rolle gespielt. So sind die
Stellenzugänge von 1997 bis 2000 um insgesamt 25 Prozent (auf 4,1
Mio) gestiegen, gleichzeitig hat sich die durchschnittliche
(berechnete) Laufzeit um 20 Prozent auf 61/2 Wochen erhöht.
Teil 5 folgt

Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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