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Transportschutz zum Aufsprühen: Audi setzt als weltweit erster Hersteller Flüssigfolie ein

Auftrag der Flüssigfolie auf die lackierte Karosserie eines Audi TT: Vollautomatisch und präzise sprüht ein Roboter die wässrige Polyester-Polyurethan-Dispersion auf.
Auftrag der Flüssigfolie auf die lackierte Karosserie eines Audi TT: Vollautomatisch und präzise sprüht ein Roboter die wässrige Polyester-Polyurethan-Dispersion auf.

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    Ingolstadt (ots) -
    
    - Neues Verfahren ist eine Eigenentwicklung von Audi
    
    - Schutz der Karosserien von der Lackiererei bis zum Händler
    
    - Umweltfreundlich, vollautomatisch und leicht zu entfernen
    
    Ein Verfahren, das es in dieser Form im Automobilbau bisher nicht
gab, befindet sich jetzt bei Audi im Einsatz: In einer Pilotanlage
innerhalb der Lackiererei in Ingolstadt werden alle Audi A3- und Audi
TT-Karosserien mit einer neuartigen Flüssigfolie besprüht, um
Lackschäden zu vermeiden. Quasi ein Transportschutz aus der
Spritzpistole. Das innovative Verfahren ist eine Eigenentwicklung von
Audi und zum Patent angemeldet.
    
    Projektleiterin des patenten Konzepts ist Dr. Sigrid Saulich,
zuständig für Konservierungstechnik in der Lackiererei-Planung der
AUDI AG. Gemeinsam mit einem Team, das sich aus den Bereichen
Anlagenplanung, Verfahrenstechnik, Qualitätssicherung und Produktion
zusammensetzt, wurde das Projekt im April 1999 gestartet. Das Ziel:
Eine Alternative zu den herkömmlichen Konservierungsverfahren der
Wachsbeschichtung und der Klebefolie zu entwickeln.
    
    Denn sowohl Wachs als auch Klebefolie sind mit Nachteilen
behaftet. So ist der Transportschutz der Fahrzeuge mittels Klebefolie
sehr personal-, zeit-, platz- und kostenintensiv. Würden etwa alle in
Ingolstadt produzierten Fahrzeuge mit Klebefolie versehen, wären
damit allein rund 120 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb
beschäftigt. Eine langwierige Angelegenheit, denn jede dieser Folien
muss mühsam von Hand aufgeklebt werden.
    
    "Bei der Fahrzeugkonservierung mit Wachs ist hingegen der
Umweltaspekt ausschlaggebend. Dieses Verfahren bringt sowohl beim
Auftragen als auch bei der Entkonservierung eine Menge Abwässer und
Lösungsmittel mit sich", so die Projektleiterin. Wegen der
gesetzlichen Umweltbestimmungen in den USA und in Kanada müssen daher
alle Audi Fahrzeuge, die in diese Märkte verschifft werden, als
"Schutzanzug" die Klebefolie tragen.
    
    Mit drei Euro pro Karosserie ist die Wachskonservierung in der
Applikation zwar konkurrenzlos günstig. Dafür schlägt die
Entkonservierung mit rund 20 bis 30 Euro pro Fahrzeug (je nach
Dienstleister) zu Buche. Die Konservierungs-kosten mit der neuen
Flüssigfolie liegen derzeit bei rund 25 Euro (etwa 35 Euro pro
Karosserie bei der Klebefolie). Doch, so Dr. Sigrid Saulich: "Das
Konzept verknüpft die Vorteile der Wachskonservierung mit denen der
Klebefolie, vermeidet aber gleichzeitig deren Nachteile."
    
    Das Investitionsvolumen für eine Applikationsanlage liegt bei rund
fünf Millionen Euro. Audi hat in der Lackiererei in Ingolstadt eine
Pilotanlage errichtet. Acht Applikationsroboter beschichten
vollautomatisch innerhalb von viereinhalb Minuten eine Karosserie mit
Flüssigfolie. Dabei handelt es sich um eine wässrige
Polyester-Polyurethan-Dispersion.
    
    Präzise sprühen die Roboter Streifen für Streifen, jeweils rund
zehn Zentimeter breit, auf den Lack der Karosserien. Das Dach und die
Hauben werden komplett mit dem flüssigen Kunststoff überzogen, an den
Flanken sowie an Bug und Heck sind es jeweils die exponierten
Flächen. In knapp 1,7 Kilogramm Folie wird so jedes Fahrzeug
verpackt. Nach dem Auftragen wird der Schutzschicht mit Hilfe von
entfeuchteter Luft bei 20 bis 25 Grad Celsius innerhalb von
zweieinhalb Minuten ein Großteil des Wassers entzogen. Anschließend
trocknet das Material weiter auf dem Transportweg bis zur
Hohlraumkonservierung. Die zehnminütige Hohlraumkonservierung im
Trockner (80 Grad) sowie die weitere Lufttrocknung auf dem Weg der
Karosserien durch die Montage tun ein übriges.
    
    Die Flüssigfolie wird bereits am Ende des Lackiervorgangs
aufgebracht. Somit dient sie nicht nur als Transportversiegelung,
sondern sie schützt den Lack auch beim Zusammenbau der Fahrzeuge in
der Montage. Kommt der Wagen beim Audi Händler an, kann dieser die
Schutzschicht vor Ort einfach abziehen - wie Klebeband vom Roller.
Vorteil: Während bei einer Wachsbeschichtung der Händler bislang die
Autos an zentralen Stellen entkonservieren lassen muss, entfallen nun
diese Kosten und der logistische Aufwand. Die Schutzschicht muss erst
unmittelbar vor der Kundenübergabe entfernt werden. Steht ein
Fahrzeug länger beim Händler, kann die Flüssigfolie weiter auf dem
Blechkleid bleiben. Sie bietet bis zu sechs Monaten effektiven
Schutz. Die Verwertung der abgezogenen Folie erfolgt über von den
Audi Vertriebspartnern beauftragte Dienstleister.
    
    Seit kurzem werden bereits alle A3 und TT mit Flüssigfolie
beschichtet. In der Pilotanlage werden Erfahrungen für die Großserie
gesammelt. Denn künftig plant Audi, weitere Modellreihen mit
Flüssigfolie zu konservieren.
    
    Audi ist ein weltweit operierender Entwickler und Produzent
hochwertiger Automobile. Im Jahr 2001 lieferte das Unternehmen mehr
als 725.000 Audi Modelle an Kunden aus. Im Konzern sind über 50.000
Mitarbeiter beschäftigt.
    
    Hinweis: Text und Fotos sind abrufbar unter
http://www.audi-press.com. Benutzername und Passwort für den Zugang
zur Datenbank sind unter der Rufnummer ++49 (0)841 89 36189 zu
erfragen.
    
    
ots Originaltext: Audi AG
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

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