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06.09.2019 – 10:43

ARD Das Erste

"ttt - titel thesen temperamente" (BR) "ttt"-extra von den 76. Filmfestspielen in Venedig am Sonntag, 8. September 2019, um 23.05 Uhr

München (ots)

Die geplanten Themen:

Die Psychoakte als Film - düster, depressiv, nicht komisch: "Joker" von Todd Phillips mit der einmaligen Performance von Joaquin Phoenix. Das Prequel von "Batman" erzählt, wie aus Arthur Fleck der Joker wird - und zwar mit klaren Diagnosen: Mutter schizophren, der Vater abwesend, der Sohn Arthur ein psychotischer Loser. Permanent getreten, unterdrückt und verlacht wird aus einem dünnen, depressiven Verlierer der fieseste Schurke aller Zeiten.

Brad Pitt in "Ad Astra", Scarlett Johansson in "Marriage Story", David Thewlis in "Guest of Honour" und die wunderbare Catherine Deneuve in "La Verité" -- in auffällig vielen Filmen: die Beschädigungen der Kindheit und wie sie im Erwachsenenleben fortwirken. Wie trügerisch Erinnerungen sein können, wie verlogen die Familienverhältnisse, wie zerbrechlich unsere Liebe.

Das Unterhaltungskino scheint immer mehr politisch zu werden. Zum Beispiel "The Laundromat", Steven Soderberghs grandiose Verfilmung der "Panama Papers". Der Clou: die Herren Mossack und Fonseca, die Schlüsselfiguren im Skandal um die "Panama Papers", treten als reale Figuren auf - grandios verkörpert von Gary Oldman und Antonio Banderas. Sie erklären auf höchst unterhaltsame Weise das Wesen des Geldes. Die famose Meryl Streep als Rache nehmende Witwe bringt den Fall erst ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Der bild- und wirkungsmächtigste Film des Festivals - "The Painted Bird" von Václav Marhoul. Grausamkeiten einer Kindheit im Krieg und wie sie einen Zehnjährigen zerstören. Schmerzhaft brutal, faszinierend schön - ein Film über den wir nicht aufhören können, zu sprechen. Dieses Werk erzählt die Gewalt, die Menschen sich zu allen Zeiten angetan haben und immer noch antun.

Der Film, über den die Filmkritik am meisten begeistert war, ist "J´accuse" von Roman Polanski. Ein so präzise wie konventionell erzähltes Historiendrama von einem so genialen wie umstrittenen Regisseur. Die Dreyfus-Affäre - ein jüdischer Offizier der 1895 fälschlich wegen Spionage verurteilt wurde. Ein Fall, der Frankreich damals fast zerrissen hat.

Moderation: Max Moor

Redaktion: Franz Xaver Karl (BR)

Pressekontakt:

Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

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