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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur EZB

Bielefeld (ots) - Endlich! Endlich hat der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, ein erstes Signal gesendet, die ultralockere Geldpolitik allmählich zu beenden. Es ist jedoch keine Kehrtwende, es ist lediglich ein Trippelschritt. Wie von vielen Experten erwartet, wird die Notenbank ihre Anleihekäufe zurückfahren - von monatlich 60 auf 30 Milliarden Euro. Dass das Programm aber gleichzeitig um neun Monate bis September 2018 verlängert wurde, ist enttäuschend. Es zögert die Zinswende weiter hinaus. Hinzu kommt, dass die Reformbereitschaft insbesondere der südlichen Euroländer erlahmen könnte. Warum sollten sie sich bei Kreditbemühungen anstrengen, wenn sie doch über die Ausgabe von Staatsanleihen relativ einfach Geld von der EZB erhalten können? Tatsächlich profitiert auch der deutsche Fiskus von der EZB-Politik: Nach Berechnungen der Deutschen Bank hat der Staat zwischen 2008 und 2016 260 Milliarden Euro an Zinsen eingespart. Dass er ein Teil des Geldes an die gebeutelten Sparer zurückgibt, ist fraglich. Sie müssen nun mindestens zwei weitere Jahre auf höhere Zinsen warten. Das schmerzt.

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