Deutsche Welthungerhilfe e.V.

Welthungerhilfe: Starke Unterstützung der EU für UN-Truppen in Kongo nötig

    Bonn (ots) - 14.02.2006. Anlässlich der Beratungen in Brüssel über einen militärischen Einsatz zur Sicherung von demokratischen Wahlen in Kongo hat die Deutsche Welthungerhilfe eine starke Unterstützung der EU für die UN-Truppen in Kongo gefordert. "Kongo ist so groß wie Westeuropa, dort ist aber mit rund 16.000 UN-Soldaten nur in etwa soviel Militär stationiert wie im kleinen Liberia, das nur halb so groß wie Deutschland ist", sagt Georg Dörken, Projekt-Manager der Welthungerhilfe für Kongo. "Um eine Stabilisierung wie in Liberia nach dem Bürgerkrieg sicher zu stellen, muss die militärische Präsenz deutlich erhöht werden."

    Unruhen werden vor allem in der Hauptstadt Kinshasa, in der Süd-Provinz Katanga sowie in Ost-Kongo erwartet. "Wir haben in Ost-Kongo große Fortschritte erzielt", sagt Dörken. "Tausende von Flüchtlinge sind in ihre Heimatdörfer zurück gekehrt. Dieser Erfolg muss gesichert werden." Die UN-Blauhelmsoldaten leisteten zwar nach anfänglichen Schwierigkeiten gute Arbeit, die Sicherung der Wahlen könnten sie jedoch alleine nicht leisten.

    Die Welthungerhilfe stellt in Ost-Kongo die vollkommen zerstörte Nationalstraße von Goma nach Kisangani wieder her. "Man kann beobachten, wie entlang der Straße das Leben wieder aufblüht", sagt Dörken. "Neue Häuser werden gebaut, Märkte entstehen, der Handel in der einstigen Kornkammer des Landes beginnt wieder zu florieren." Die rund 160 Kilometer lange Straße ist zu etwa zwei Dritteln fertig. "Nach hunderttausendfachem Tod, Zerstörung und Vertreibung ist diese Straße das Symbol der Hoffnung", so Dörken.

    Die Deutsche Welthungerhilfe ist seit 1997 in Ost-Kongo tätig. Mit einem Projektvolumen von knapp 50 Millionen Euro erreicht sie mehr als 7 Millionen Menschen. Neben dem Bau der Nationalstraße Goma-Kisangani und mehreren Zufahrtsstraßen baut die Organisation Schulen und Gesundheitszentren wieder auf. Die heimkehrenden Flüchtlinge erhalten zudem Saatgut und landwirtschaftliche Geräte, außerdem Nahrungsmittel, um die Zeit bis zur ersten Ernte zu überbrücken.

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