Sturzflut in Nepal: Welthungerhilfe versorgt Überlebende in abgelegenen Bergregionen
"Die Gefahr, dass sich Krankheiten ausbreiten, ist sehr groß."
Bonn/Berlin/Kathmandu (ots)
Zwei Wochen, nachdem eine ungeheure Flutwelle im Bhotekoshi-Tal Menschen, Tiere und Häuser mit sich gerissen und Straßen, Brücken und Wasserkraftwerke zerstört hat, versorgt die Welthungerhilfe Überlebende in schwer erreichbaren Gebieten. Viele abgelegene Siedlungen im Distrikt Rasuwa an der Grenze zu Tibet sind nur noch per Hubschrauber zu erreichen. Die Hauptstraße durch das Tal, eine wichtige Verbindung zwischen Nepal und China, ist in weiten Teilen weggespült worden. Kleinere, unbefestigte Straßen weiter oben in den Bergen erschließennicht alle Siedlungen.
"Erste Hilfsmaßnahmen haben vor allem die Gebiete nahe der Hauptstadt Kathmandu erreicht, die leichter zugänglich sind. Aber Menschen an sehr entlegenen Orten warten zum Teil immer noch auf das Nötigste - ihnen geht allmählich das Essen aus", berichtet Katja Dombrowski, die als Mitglied des Nothilfeteams mit einheimischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vor Ort ist. Die Soforthilfe in Nepal konzentriert sich daher zunächst auf Nahrungsmittelpakete. Drei Allrad-Lkw mit 10,5 Tonnen Grundnahrungsmitteln wie Reis, Linsen, Öl und Salz haben nach einer 14-stündigen Fahrt über schlammige Pisten eine Sammelstelle in Rasuwa erreicht. Von dort aus wird die Weiterverteilung in Absprache mit der Regierung organisiert.
"Als Nächstes kümmern wir uns mit unseren Partnern vor Ort um die Hygieneversorgung", sagt Katja Dombrowski. "Wir besorgen jetzt Dinge wie Seife, Zahnbürsten und Zahnpasta, Waschmittel, Handtücher und Damenbinden - alles, was man dringend für die Körperhygiene braucht." Eine ausreichende Hygieneversorgung ist unter den aktuellen Bedingungen auch wichtig, um das Risiko von Krankheiten zu verringern.
Biju Dangol, Expertin für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene bei der Welthungerhilfe in Nepal, hat mehrere Notunterkünfte in Rasuwa besucht und berichtet von äußerst schwierigen hygienischen Bedingungen. "Manche Kinder haben schon Durchfall. Die Gefahr, dass sich wasserübertragbare Krankheiten ausbreiten, ist sehr groß", warnt sie. "Das gilt besonders jetzt, da Regenzeit ist." Im südlich an Rasuwa angrenzenden Distrikt Nuwakot wurden bereits Coli-Bakterien im Trinkwasser nachgewiesen.
Während die akute Nothilfe läuft, rückt auch schon der Winter in den Blick. "In wenigen Wochen sinken die Temperaturen in den hoch gelegenen Regionen des Himalayas stark ab", sagt Katja Dombrowski. "Viele Menschen werden dann voraussichtlich noch in provisorischen Unterkünften leben und brauchen warme Kleidung, Mützen, Schals und Schlafsäcke, die sie vor dem Frost schützen. Das bereiten wir jetzt schon vor.
Die Welthungerhilfe ist mit Unterbrechung seit 1972 in Nepal gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen vor Ort tätig. Mit einem Landesbüro in der Hauptstadt und nepalesischen Partnern werden insbesondere Projekte zur Ernährungssicherung durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen außerdem Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge, humanitären Hilfe sowie zur Stärkung der Zivilgesellschaft.
Die Welthungerhilfe bittet unter dem Stichwort "Sturzflut Nepal" um Spenden.
Für Interviews aus Kathmandu steht Katja Dombrowski, Referentin für Nothilfe-Kommunikation der Welthungerhilfe, zur Verfügung. Sie berichtet aus erster Hand über die Lage vor Ort und die laufenden Hilfsmaßnahmen.
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Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 13.424 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,76 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen
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