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29.03.2000 – 12:00

Deutsche Welthungerhilfe e.V.

In Afghanistan ist die Ernährungslage am schlechtesten
Deutsche Welthungerhilfe stellt neuen Bericht zur Welternährung vor

    Berlin (ots)

Auch im Jahr 2020 werden allen Versprechungen zum Trotz bei weitem nicht alle Menschen ausreichend zu essen haben. Nach den Worten Ingeborg Schäubles, der Vorsitzenden der Deutschen Welthungerhilfe, werden in 20 Jahren 133 Millionen Kinder unter sechs Jahren untergewichtig sein - 17% weniger als heute, aber immer noch ein Viertel der Altersgruppe.  Absolut zunehmen wird sowohl die Zahl der untergewichtigen Kinder wie auch der Armen nur noch in Afrika.

    Schäuble, die heute gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke das von der Deutschen Welthungerhilfe mit  zwei internationalen Forschungsinstituten herausgegebene "Jahrbuch Welternährung" vorstellte, verwies auch darauf, dass es weit besserer Ernteerträge als bisher bedürfe, um die erheblich ansteigende Nachfrage nach Fleisch und Getreide zu decken.

    Funke betonte den engen Zusammenhang zwischen einer sicheren Ernährung und Frieden und Stabilität in einer Region. Er forderte die Regierungen in den Defizitländern nachdrücklich dazu auf, ihren Bauern "Anreize für eine Steigerung der Produktion zu bieten".

    Für das Jahrbuch hatten Bonner Wissenschaftler erstmals einen Ernährungsindex (EI) entwickelt, der einen umfassenderen Blick auf die Ernährungssituation einzelner Länder erlaubt, als das bislang möglich war. Der EI berücksichtigt sowohl Schätzungen über den Anteil der Unterernährung in einem Land wie auch den Anteil der Kinder mit Untergewicht und die Kinder-Sterblichkeitsrate. Gemessen am Ernährungsindex ist die Ernährungslage in Afghanistan am schlechtesten, gefolgt von Eritrea, Niger, Mosambik und der Demokratischen Republik Kongo.

    Schäuble und Funke unterstrichen beide die strategisch wichtige Rolle der "heimlichen Ernährer" in den Entwicklungsländern, den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Sie bildeten das Rückgrat der Landwirtschaft in den meisten Ländern, ihre Bedürfnisse würden aber nur unzureichend von der Politik beachtet. Ihr Beitrag sei unverzichtbar, wolle man weitere Fortschritte  bei der  Bekämpfung des Hungers machen.

    Jahrbuch Welternährung. Herausgegeben von der Deutschen Welthungerhilfe in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn und dem International Food Policy Research Institute, Washington, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a. M., April 2000,

    DEUTSCHE WELTHUNGERHILFE

    Schirmherr: Bundespräsident Johannes Rau

ots Originaltext: Deutsche Welthungerhilfe
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