Zeitumstellung mit Folgen
Der ADAC erklärt, worauf Autofahrer bei der Umstellung auf die Sommerzeit achten sollten
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Zeitumstellung mit Folgen
Der ADAC erklärt, worauf Autofahrer bei der Umstellung auf die Sommerzeit achten sollten
In der Nacht zum Sonntag, den 29. März, werden um Punkt zwei die Uhren eine Stunde vorgestellt. Mit der Zeitumstellung nimmt die Gefahr von Wildunfällen gerade in der Dämmerungszeit zu. Doch nicht nur Reh, Wildschwein und Co., sondern auch Menschen müssen sich erst wieder and die Sommerzeit gewöhnen. Der ADAC Hessen-Thüringen erklärt, was es zu beachten gibt.
Die verlorene Stunde
Die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit bringt nicht nur Veränderungen im Tagesablauf mit sich, sondern wirkt sich auch auf die Verkehrssicherheit aus. Während viele Menschen diese verlorene Stunde nicht wahrnehmen, gerät bei einigen der Biorhythmus stark durcheinander. Infolge der Zeitumstellung kann es bei einigen Menschen zu erhöhter Müdigkeit und mangelndem Konzentrationsvermögen kommen. Für diese Personen ist es in den folgenden Tagen besonders wichtig, vorsichtig und vorausschauend zu fahren und sich nicht übermüdet ans Steuer zu setzen. Müdigkeit in Kombination mit verminderter Konzentration kann schlimme Folgen haben.
„Um die Anpassung an die Sommerzeit zu erleichtern, hilft Bewegung an der frischen Luft, wie spazieren gehen oder Rad fahren“, erklärt Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen e.V. „Zudem kann es sinnvoll sein, die Tage vor der Zeitumstellung früher schlafen zu gehen, um die innere Uhr umzugewöhnen.“
Gefahr von Wildunfällen steigt
Zu den individuellen Auswirkungen der Zeitumstellung kommt in den kommenden Tagen ein erhöhtes Unfallrisiko durch Wildwechsel hinzu. Deutschlandweit ereignet sich statistisch alle 2,5 Minuten ein Wildunfall. In Hessen sind im Jagdjahr 2024/2025 (vom 01.04.2024-31.03.2025) insgesamt 13.740 Stück Schalenwild (Paarhufer, z.B. Reh-, Rot- und Damwild) dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Den größten Anteil macht nach wie vor das Rehwild mit 12.004 Individuen aus. Kleintiere wie Fuchs, Hase und Kaninchen sind darin nicht enthalten. Besonders häufig sind solche Unfälle auf Landstraßen, die durch Waldgebiete oder entlang von Feldern führen, auf denen Wildtiere in den frühen Morgenstunden für die Nahrungssuche unterwegs sind. Während sie am Vortag die Fahrbahn noch gefahrlos überqueren konnten, braust nach der Zeitumstellung plötzlich der Berufsverkehr zur gleichen Zeit über die Straße. Insbesondere in den Morgenstunden zwischen 6.00 Uhr und 9.00 Uhr steigt das Risiko für einen Zusammenstoß.
„Hinzu kommt, dass junge Böcke auf der Suche nach einem eigenen Revier oft unruhig unterwegs sind und Straßen unvermittelt queren. Vor allem mit Rehen kommt es im April und Mai regelmäßig zu vielen Unfällen während des morgendlichen Berufsverkehrs. Autofahrer sollten deshalb an Wald- und Feldrändern besonders aufmerksam fahren und stets mit plötzlich wechselndem Wild rechnen“, sagt Markus Stifter, Pressesprecher des Landesjagdverbandes Hessen e. V.
Auf Strecken mit häufigem Wildwechsel sollen entsprechende Verkehrsschilder Autofahrer frühzeitig auf die Gefahrensituation aufmerksam machen. Vielfach werden diese Schilder von den Fahrerinnen und Fahrern aber nicht wahrgenommen. Ein angepasstes Tempo kann jedoch den Unterschied zwischen einem Beinahe-Unfall und einer Kollision ausmachen.
Ein Beispiel: Bei einer Geschwindigkeitsreduktion von 80 auf 60km/h verkürzt sich der Anhalteweg bereits um 20 Meter.
Was tun bei Wildwechsel?
Stehen Tiere auf oder neben der Straße, sollten Autofahrer bremsen, hupen und das Licht abblenden, um die Wildtiere zu vertreiben. „Besonders gefährlich in solchen Situationen sind plötzliche Manöver, um Wildtieren auszuweichen“, warnt Wolfgang Herda. „Dadurch riskiert man Unfälle mit dem Gegenverkehr oder das Abkommen von der Fahrbahn.“
Da es sich bei vielen Wildtieren, wie Rehen, Hirschen oder Wildschweinen um Rudeltiere handelt, sollten Autofahrer nach der Sichtung eines Tieres besonders vorsichtig weiterfahren − weitere Tiere könnten folgen. Ist ein Zusammenstoß unvermeidbar, gilt es das Lenkrad möglichst gerade zu halten und kräftig zu bremsen. Nach einem Wildunfall muss die Unfallstelle abgesichert sowie Polizei und Jäger informiert werden.
„Für die Schadensregulierung mit der Versicherung ist eine Wildunfallbescheinigung notwendig. Diese wird von der Polizei oder dem Jagdpächter bereits am Unfallort ausgestellt und muss der Versicherung vorgelegt werden“, so Wolfgang Herda.
Übrigens: Verletzte oder tote Tiere dürfen nicht mitgenommen werden. Wer so handelt, riskiert eine Anzeige wegen Wilderei.
Pressekontakt
Maike Willeitner
T +49 69 66 07 85 05
ADAC Hessen-Thüringen e.V. Unternehmenskommunikation Lyoner Straße 22 60521 Frankfurt am Main T +49 69 66 07 85 00 presse@hth.adac.de adac.de/hth
V.i.S.d.P.: Oliver Reidegeld, Pressesprecher oliver.reidegeld @hth.adac.de
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