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15.11.2005 – 11:58

NDR Norddeutscher Rundfunk

NDR Gleichstellungsbeauftragte schickt „Saure Gurke“ an Jury zurück

Hamburg (ots)

Die Gleichstellungsbeauftragte des NDR, Sabine Knor, hat die am vergangenen Sonntag (13. November) beim Herbsttreffen der Medienfrauen von ARD und ZDF in Bonn ihrem Sender verliehene „Saure Gurke“ an die Jury zurückgeschickt. Knor: „Die Frauenfußball- Nationalelf hat am Wochenende vier Treffer gelandet - den ARD/ZDF- Medienfrauen ist nur ein dickes Eigentor gelungen.“ Die Entscheidung der Jury nannte sie „komplett unverständlich“, die Begründung „nicht nachvollziehbar“.

Im gesamten NDR habe nach der Bekanntgabe der Gurken-Entscheidung zunächst eine intensive Suche nach Anzeichen für Frauenfeindlichkeit eingesetzt, so Knor: „Wir haben nach Indizien gefahndet, aber keine gefunden.“ Der kritisierte Film „Baby“ etwa sei von Redaktionen ins Programm gebracht worden, in denen es nur Frauen in verantwortlicher Position gibt. Am Ende habe der Umstand entlastend gewirkt, dass die Produktion auf Kino-Festivals von Kritik und Publikum mit Lob überhäuft wurde.

Auch der Verdacht gegen Reinhold Beckmann, er betätige sich frauenfeindlich, habe sich nicht erhärten lassen. Eine Prüfung ergab, dass er in seiner Sendung am 18. September mit drei verdienten deutschen Politikerinnen über den Ausgang der Bundestagswahl gesprochen hat.

Anstoß nahmen die Gurken-Verleiherinnen ferner an einer Glosse zum Weltfrauentag in der Sendung „DAS!“. Knor: „Auf Befragen musste unsere Redaktion jedoch einräumen, dass sie das Stück vom Mitteldeutschen Rundfunk übernommen hat.“ Bei der Leichtathletik-WM in Helsinki missfiel der Jury ein Reporter, der sich bei der frisch gebackenen Europameisterin Christina Obergföll nach deren Familienplanung erkundigte. Knor: „Das hätte der Beweis sein können. Doch der Kollege entpuppte sich als HR-Mitarbeiter. Er hielt lediglich ein Mikro mit NDR Windschutz in der Hand, weil der NDR die Federführung für die Übertragungen aus der finnischen Hauptstadt hatte.“

Angesichts dieser erdrückend klaren Sachlage habe sie sich entschlossen, der Medienfrauen-Jury ihren Preis zurückzusenden, so Sabine Knor: „Die Jury hat ihn sich redlich verdient - und wir wollen uns auf keinen Fall mit fremden Gurken schmücken.“

15. November 2005/MG

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