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15.02.2001 – 09:01

Jahreszeiten Verlag, FÜR SIE

Experten: Weg zum Glück führt nicht über den Lottogewinn
Jedes leidvolle Ereignis ist eine Aufforderung, das Glück freizulegen

Hamburg (ots)

Der große Lottogewinn ist keine Garantie für
dauerhaftes Glück. "Wer viel Geld bekommt, lebt nur dieselben alten
Muster in einer luxuriösen Umgebung aus", wird Professor Andrew
Oswald von der britischen Warwick Universität in der jüngsten Ausgabe
der Zeitschrift FÜR SIE zitiert. Die Universität hatte Lottogewinner
nach ihren Erfahrungen befragt. Sie hätten die tiefe Enttäuschung
gemacht, dass die Erfüllung materieller Wünsche weder Erleichterung
noch Frieden zur Folge habe, "ja nicht einmal das Gefühl von
Sicherheit". Der amerikanische Psychologieprofessor David Lykken von
der Universität Minnesota meint, Glück habe nichts mit Alter,
Geschlecht und Herkunft zu tun. Komfort und Reichtum bringe es auch
nicht und es hänge nicht ab von Intelligenz, Bildung oder großen
Ereignissen. "Glück ist die Erfahrung, dass wir selbst die Quelle der
Freude sind. Als kleine Kinder machen wir diese Erfahrung."
Erwachsene entwickelten feste Vorstellungen vom Glück und versuchten,
die äußeren Bedingungen so zu manipulieren, dass sie ihren
Vorstellungen entsprechen. "Je fester unsere Vorstellung, wie alles
zu sein hat, desto unzufriedener sind wir." Je flexibler die
Vorstellung, desto mehr Glück. Die glücklichsten Menschen seien
diejenigen, die überhaupt nicht an festen Vorstellungen hafteten,
sondern die so weitherzig sind, "dass sie alles annehmen können, wie
es kommt", sagt Glücksforscher Lykken.
Er ist überzeugt, dass jedes leidvolle Ereignis eine Aufforderung
ist, das Glück freizulegen. Professor Ed Diener von der Universität
Illinois (USA) erklärt, die Glücklichen hätten irgendwann aufgehört,
Leid zu vermeiden. "Sie haben gemerkt: Der Weg zum Glück führt nicht
um das Leid herum, sondern durch das Leid hindurch. All die
Unzufriedenheit, all die Empfindlichkeiten, all die Abhängigkeiten
von äußeren Umständen entstehen nur durch die Weigerung, den eigenen
Schmerz anzuschauen und zu durchleben", sagt Diener. Man spüre zwar
den Schmerz, wehre ihn aber gleich wieder ab. Das sei verständlich,
die Abwehr verlängere ihn aber. Sie schaffe ein Gefühl von Sorge und
Furcht. "Dagegen flaut jedes schmerzhafte Gefühl schnell ab, wenn wir
bereit sind, es einmal vollkommen zu fühlen." Wer eine leidvolle
Erfahrung annehme, sei sie schon wieder los. "Menschen, deren
glückliche Ausstrahlung uns überzeugt, haben alle diese Erfahrungen
gemacht", sagt Diener. Das Beharren auf einer Leidensgeschichte halte
den Betroffenen im Leid gefangen. "Wenn wir das Leiden benutzen, um
uns daraus eine Identität zu schaffen, können wir uns nicht davon
befreien." Nur wer die Vergangenheit ruhen lassen könne, ist nach
Überzeugung von Lykken offen wie die Kinder. "Der wird sich selbst
als die Quelle der Freude erfahren", versichert der Glücksforscher.
Diese Meldung ist unter Quellenangabe FÜR SIE zur Veröffentlichung
frei.

Rückfragen bitte an:

Media Consulting Jörg Mandt
Tel.: 040 / 80 80 347-10
E-Mail: jmandt1@aol.com

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