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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Rassenunruhen in Ferguson, USA Die Hautfarbe des Verdachts Dirk Hautkapp, Washington

Bielefeld (ots) - Ein halbes Jahrhundert nach Martin Luthers Kings "I have a dream"-Rede zeigt sich in der Kleinstadt Ferguson, wie lang und steinig der Weg noch sein wird, den die USA gehen müssen, um ihre auf Sklaverei und Rassismus ruhenden Fundamente zu erneuern. Der Tod des schwarzen Jugendlichen Michael Brown durch die Hand eines weißen Polizisten ruft in Erinnerung, was beschwichtigende Worte nur verkleistern. Nicht nur in Ferguson (Missouri) wird die Polizei von der afroamerikanischen Bevölkerung längst nicht mehr als Ordnungsfaktor und neutraler Partner wahrgenommen. Sondern als Besatzungsmacht, die im Zweifelsfall erst schießt und dann fragt, wenn ein Schwarzer ins Visier geraten ist; aus welchen Gründen auch immer. Die Konsequenzen sind bekannt. Afroamerikaner landen in den USA eklatant häufiger auf der Anklagebank, hinter Gittern und in der Todeszelle als Weiße oder Latinos. Dunkelhäutige Stadtbewohner werden von der Polizei kriminalisiert, selbst wenn sie sich korrekt verhalten. Solange die Markierung "schwarz gleich gefährlich" das gesellschaftliche (Unter-)Bewusstsein bestimmt und damit einer rassistisch grundierten Strafverfolgung und Justiz Vorschub leistet, solange wird es weiter Tragödien wie die des Michael Brown geben.

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