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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Der 59. Eurovision Song Contest bot beste Unterhaltung Das ist Europa Von Stefan Brams

Bielefeld (ots) - Finanzkrise, Bankenkrise, Eurobonds, Eurorettungsschirm, Ukrainekrise, russische Annexion der Krim: Um die europäische Idee war es schon deutlich besser bestellt. Da tat so ein ESC wie am Samstagabend in Kopenhagen richtig gut. Denn dort war zu erleben, was Europa eigentlich ausmachen sollte: der friedlich-fröhliche kulturelle Wettstreit innerhalb einer Gemeinschaft gemeinsamer Werte. Man mag diesen musikalischen Wettstreit kitschig, schräg oder banal finden, aber dennoch lieferte er, was die Politik in Europa genauso wenig zu vermitteln versteht wie der aktuelle Europawahlkampf: ein europäisches Zusammengehörigkeitsgefühl, Emotionen für diesen Kontinent. 180 Millionen Zuschauer stehen dafür. Und die Show in Kopenhagen war wirklich gut. Fantastische Bühne. Tolle Inszenierung. Klasse Moderatoren. Die Songs waren zudem erstaunlich erfrischend und boten ein breites musikalisches Spek-trum. Und einfach nur albern war übrigens auch gestern. Deutschlands Beitrag, die Band Elaiza, landete mit "Is It Right?" deutlich zu weit hinten, auf Platz 18. So schlecht war das Lied nicht. Aber das ist kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Die Band hat Potenzial. Und dass Conchita Wurst, die Dragqueen aus Österreich, mit "Rise Like a Phoenix" gewonnen hat, wundert nicht. Der Song ist einfach richtig gut, und die Sängerin ist es auch. Ihr Sieg ist zugleich ein Symbol für das tolerante alte und neue Europa. Auch ein wichtiges Signal in diesen Zeiten. Ja, so wie in Kopenhagen beim ESC macht Europa richtig Spaß, macht Europa Lust und Laune auf die gemeinsame Zukunft auf diesem alten, schönen, vielfältigen Kontinent. Würde die europäische Politik doch nur auch etwas davon transportieren.

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