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Ostsee-Zeitung: zum Zumwinkel-Prozess Achtung, korrigierte Fassung

    Rostock (ots) - Das Interesse der Öffentlichkeit ist gewaltig. Denn wie in den Prozessen gegen Ackermann, Esser oder Hartz wird hier gegen einen der Mächtigen verhandelt, die sich nach der Wahrnehmung vieler Menschen rücksichtslos die Taschen vollschaufeln. Die ihren Mitarbeitern alles abverlangen. Und selbst Kasse machen. Deren unstillbare Profitsucht die Weltwirtschaft letztlich in die Krise getrieben hat. Ja, Zumwinkel taugt zum Prügelknaben. Ein steinreicher Mann, der lieber kriminell wird, als seine Steuer zu zahlen, verdient kein Mitleid. Schon vor dem großen Fehltritt hatte der Manager negative Schlagzeilen gemacht. Zumwinkels fragwürdiger Aktienverkauf nach der Mindestlohn-Entscheidung offenbarte bereits erhebliche charakterliche Defizite. Und dennoch: Das Verfahren in Bochum darf nicht zum politischen Prozess verkommen. Die Strafkammer muss den prominenten Angeklagten behandeln wie jeden anderen Steuersünder auch. Egal, wie der Richterspruch ausfallen wird: Der Schaden für das ohnehin schwer angeschlagene Ansehen der Wirtschaft und das Image der Deutschen Post AG ist nicht wiedergutzumachen. Für die Steuermoral ist er ohnehin verheerend.

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