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Mueller-Stahl: "Meine einzige mutige Tat war, mich den Serien zu verweigern"

    Bonn (ots) - Als "gnädiges Schicksal" hat der Schauspieler Armin Mueller-Stahl in der PHOENIX-Sendung "Schrifttypen" (Ausstrahlung: Samstag, 22.15 Uhr) seine "dritte" Karriere in den USA bezeichnet. "Ich habe mir gesagt: Sollte das Schicksal mir gnädig sein und mir vielleicht sogar eine internationale Möglichkeit geben, woanders zu drehen, werde ich sie ergreifen. Und ich bin dem Schicksal und auch Amerika sehr dankbar, dass sie mich, einem alten Zausel der bereits beinah 60 Jahre alt war, eine dritte Karriere zu erlauben", so Mueller-Stahl. Wenn er heute über sein Leben nachdenke, dann sei "eigentlich die einzige mutige Tat, die ich getan habe, mich den Serien zu verweigern." Es sei "ja eine große Freundlichkeit gewesen, mir, der ich rüberkam, große Hauptrollen in Serien anzubieten", so der ehemalige DDR-Schauspieler. "Aber ich hatte einfach vor, nachdem ich mich aus den Krallen der DDR befreit hatte, dass ich eigentlich überhaupt nie wieder in irgendwelche Krallen möchte, weder in die Krallen einer Serie noch in die Krallen eines Regisseurs." In der PHOENIX-Sendung berichtet Müller-Stahl zudem über einen Auszug aus seinem neuen, teilweise autobiographischen Buch "Venice - Ein amerikanisches Tagebuch". In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sei er nur durch das mutige Eingreifen eines polnischen Kriegsgefangenen vor dem Tod gerettet worden. Am 1. Mai 1945 sei sein Vater erschossen worden und "das Kuriose: Ich sollte am selben Tage auch erschossen werden, von einem Russen." Der russische Soldat habe ihn mit einem Gewehr an eine Wand gestellt, um ihn zu erschießen. Erst durch das Eingreifen des polnischen Kriegsgefangenen, der dem Soldaten das Gewehr aus der Hand geschlagen und ihm zugerufen habe 'Abhauen! Abhauen!', habe er fliehen können. Da am gleichen Tag sein Vater erschossen worden sei, denke er manchmal über die Frage nach, ob "er an meiner Stelle erschossen worden ist."

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