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NABU gegen Abholzung alter Laubwälder

    Berlin (ots) - Der Naturschutzbund NABU hat heute den sofortigen Stopp aller Abholzungen von Wäldern mit Beständen älter als 150 Jahre gefordert. "Die Altlaubwälder in Deutschland waren noch nie so gefährdet", sagte Prof. Michael Succow, Vizepräsident des NABU. Sogar in Naturparken und Biosphärenreservaten würden regelmäßig wertvolle Bäume gefällt. "Die Kapitalisierung des Waldes führt dazu, dass es zukünftig auf großer Fläche nur noch gleichaltrige Bestände mit früher Nutzung geben wird", erklärte Succow. Dabei könnten Buchenwälder durchaus 200 bis 300 Jahre alt werden und erst in dieser Zeitspanne Lebensgemeinschaften von unschätzbarem ökologischen Wert einen Raum bieten. Auch auf Grund des Klimawandels sei es nicht mehr zu verantworten, gesunde Buchenbestände vorzeitig der sogenannten Endnutzung zuzuführen.          "Obwohl sich die Forstverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern zu einer naturnahen Forstwirtschaft verpflichtet hat, finden derzeit durch den sogenannten Groß-Schirmschlag massive Zerstörungen der alten Buchenwälder statt", erklärte Rica Münchberger, Geschäftsführerin des NABU Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Der Holzertrag aus den Landeswäldern solle kurzfristig das Defizit in der Landeskasse, insbesondere die Personalkosten der Forstverwaltung, decken. "Allein zwischen 1995 und 2000 wurden auf 500 Hektar Buchenwaldfläche alle alten Bäume beräumt und auf ca. 2000 Hektar ist die Endnutzung eingeleitet worden", so Münchberger. Untersuchungen des NABU in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald im Frühjahr 2001 hätten dieses Bild von sehr starken Einschlägen in allen Teilen des Landes bestätigt.          "Die beste Kontrolle für eine vernünftige Form der Waldwirtschaft ist die Zertifizierung des Landeswaldes nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) für Deutschland, sagte Michael Luthardt, Sprecher der NABU-Bundesarbeitsgemeinschaft Wald und Wild. Damit könne ein Kompromiss zwischen den ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüchen erzielt werden. "Dies bedeutet eine weitgehende Garantie für den Erhalt der alten Buchenwälder", so Luthardt abschließend.          Pressefahrt am 6. April von Berlin nach Feldberg in ein Abholzungsgebiet! Anmeldungen bitte über die NABU-Pressestelle, Telefon 030-284984-22, Telefax 030-284984-84 oder Johanna.Theunissen@NABU.de

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