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14.12.2020 – 16:20

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BLOGPOST: Impuls des Monats: Fröhliche Gelassenheit

BLOGPOST: Impuls des Monats: Fröhliche Gelassenheit
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In unserem Blogformat "Impuls des Monats" hat der Philosoph Jörg Bernardy in den vergangenen Monaten immer wieder Themen beleuchtet, die uns in diesem Jahr besonders bewegt haben. Zum Abschluss dieses Formats richtet sich der Blick auf das neue Jahr, die Veränderungen, die 2021 mit sich bringen wird und Wege, diesen mit Gelassenheit und Ruhe zu begegnen.

Vom Zauber des Neuanfangs

Es war ein sonderbares Jahr. Auch Weihnachten und das nächste Jahr werden anders sein als die vorherigen Jahre. Die Welt befindet sich in einem ungeahnten Wandel. Wir sollten uns darauf vorbereiten, statt einer alten Vergangenheit hinterherzutrauern. Und die traditionelle Weihnachtsgeschichte für unseren persönlichen Neuanfang umdeuten.

Kollektives Aufwachen in einer behüteten Welt

In der westlichen Welt haben wir lange Zeit geglaubt, wir seien sicher. Wir dachten, unsere Welt sei beständig. Der Staat, die Wirtschaft, das Gesundheitssystem und die Kultur, all dies sei trotz der normalen Unregelmäßigkeiten stabil. Seit COVID-19 wurde uns schlagartig klar: Nicht nur wir gestalten die Disruption unserer Welt, auch die Disruption gestaltet uns und unsere Umwelt. Alles in allem verändert sich unsere Welt mehr als wir beeinflussen oder kontrollieren können.

Natürlich gibt es auch unzählige positive Entwicklungen. In vielen Bereichen hat der Schock des ersten Lockdowns eine Menge kreativer Energien freigesetzt. Wirtschaftlich hat die Digitalisierung einen ungeheuren Produktivitätsschub erlebt, politisch wurde erfolgreich gegen rechte Gruppierungen vorgegangen und die Frauenquote für Unternehmensvorstände wurde endlich durchgesetzt. Nicht zuletzt besteht eine der positiven Seiten des Jahres 2020 darin, dass die Themen "psychische Gesundheit" und "soziale Nähe" mehr Aufmerksamkeit bekommen haben.

Auch an Weihnachten vor 2.000 Jahren kam alles anders

An Weihnachten feiert die christliche Welt eine besondere Geburt. Es geht um einen entscheidenden Neuanfang in der Geschichte der Menschheit. Die Weihnachtsgeschichte ist voller Zuversicht und Hoffnung für eine bessere Zukunft. Gleichzeitig vermittelt sie uns Demut und Gelassenheit für die Verhältnisse, in denen die Menschen damals gelebt haben. Sie kennen die Erzählung bestimmt: Nachdem Kaiser Augustus zu einer Volkszählung aufgerufen hatte, sind auch Josef und die hochschwangere Maria auf dem Weg zu ihrem Heimatort, um der staatlichen Auflage nachzukommen. Doch es kommt anders als geplant. Die Wehen setzen ein und weil alle Zimmer belegt sind, kommt Jesus im Stall von Bethlehem zur Welt.

Eine Frage des persönlichen Sinns und der Lebensführung

In der Weihnachtsgeschichte ist Christus der Retter der Welt. In unserem Leben ist es jedoch ratsam, dass wir selbst ein wenig nachhelfen und unsere Rettung nicht nur göttlichen Mächten überlassen. So macht Corona auch vor Fragen der persönlichen Lebensführung keinen Halt. Viele Menschen haben sich die Frage nach dem Sinn ihres Lebens bereits neu gestellt. Alte Gewohnheiten sind verschwunden, neue entstanden. Glück und Sinn scheinen näher beieinander zu liegen als gedacht. Auch dafür steht Weihnachten: Der Sinn des Lebens ist nicht auf unsere persönliche Existenz und ihre aktuellen Nöte beschränkt.

Ein erstes Fazit könnte an dieser Stelle lauten: Die Bedingungen für Veränderung waren noch nie so günstig und einfach wie in diesen Zeiten. Wir werden geradezu gezwungen. Warum also die Kraft der Veränderung nicht aktiv für unser Leben nutzen. Im nächsten Jahr werden sich unsere Prioritäten weiterhin verschieben und viele werden sich fragen: Wie will ich in Zukunft leben und arbeiten? Wie wollen wir als Gesellschaft zusammen arbeiten? Wie können und wollen wir die Krisen der Zukunft am besten bewältigen? Werden wir in den nächsten Jahrzehnten das Bewusstsein für ein vereinigtes Europa schaffen?

Veränderung mit Gelassenheit begegnen

Wenn wir etwas aus unserem Blick auf die Geschichte der letzten 2.500 Jahre lernen können, dann, dass wir Veränderungen gelassen begegnen sollten. Schon die Stoiker wussten: Veränderung braucht Gelassenheit und Gelassenheit lässt sich trainieren. Als eine der mächtigsten philosophischen Schulen im alten Rom war der Stoizismus daher eine Art Trainingslager für zwei Fähigkeiten: Veränderungskompetenz und Gelassenheit. Es sind genau diese Fähigkeiten, die wir auch im Jahr 2021 am meisten benötigen werden. Denn jede Veränderung birgt Risiken und setzt Mut zur Anstrengung voraus: "Es gibt keinen bequemen Weg, der von der Erde zu den Sternen führt", notiert Seneca.

Während 2020 ganz im Zeichen von Resilienz stand, heißen die wichtigsten persönlichen Faktoren für 2021 Gelassenheit und Veränderungskompetenz. Allerdings gibt es keine einfache Zauberformel für Veränderung. Seien Sie skeptisch gegenüber allzu glänzenden Glücksversprechen und misstrauen Sie dem schnellen Weg zur Veränderung. So wie die Corona-Krise in komplexe Zusammenhänge eingebunden ist, genauso sind es auch unsere Leben und unsere Gewohnheiten. Nehmen Sie sich Zeit für sich und Ihren Veränderungsprozess. Das ist das beste Weihnachtsgeschenk, das Sie sich und Ihrer Zukunft machen können. Ihnen ein frohes und besinnliches Fest. Oder mit den Stoikern gesprochen: fröhliche Gelassenheit!

"Es ist nichts Schlechtes dabei, wenn sich die Dinge verändern, genauso wie nichts Gutes daran ist, in einem neuen Zustand zu verharren." (Marc Aurel)

Ihr Jörg Bernardy

Wenn Sie mehr über die Stoiker erfahren wollen, dann werfen Sie einen Blick in das neue Buch von Jörg Bernardy: Der kleine Alltagsstoiker 10: Gelassenheitsregeln fürs Lebensglück

Dieser Beitrag ist ein Original-Post aus dem news aktuell Blog:

https://treibstoff.newsaktuell.de/impuls-des-monats-froehliche-gelassenheit/

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