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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Waleri Gergijew "Ein schlimmer Verdacht" von Claudia Bockholt

Regensburg (ots) - Die Diskussion um Waleri Gergijew führt tief in einen uralten Streit hinein. Kann man den Künstler als Person und sein künstlerisches Werk voneinander getrennt betrachten? Zumindest im Fall dieses russischen Nationalhelden scheint die Unterscheidung nicht mehr haltbar zu sein. Wer offen Putins Wahlkampf unterstützt, begibt sich als politischer Mensch in die Öffentlichkeit, nicht als Musikschaffender. So wie sich Opernstar Anna Netrebko bereits mit Nachdruck vom Staatschef distanziert hat, sollte es auch Gergijew schleunigst tun. Ein paar Zeilen auf Facebook inklusive Bekenntnis zu allgemeiner Weltoffenheit und Toleranz reichen nicht. Putin hat zur Hetzjagd auf sexuelle Minderheiten geblasen. Seine Regierung verbietet ein Biopic über Tschaikowski, weil dessen Homosexualität thematisiert werden soll: Wer im Westen, zumal in Künstlerkreisen, respektiert werden will, darf nicht im Verdacht stehen, mit solchen Anschauungen zu paktieren.

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