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IAQ-Report zur Automobilindustrie: Fair durch die Transformation?

IAQ-Report zur Automobilindustrie

Fair durch die Transformation?

Der Umbau der deutschen Automobilindustrie setzt Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen unter Druck. Wie sich der Wandel unter diesen Bedingungen fair gestalten lässt, hat das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen untersucht. Ergebnis: Betriebliche Instrumente können den Wandel zwar begleiten, stoßen angesichts von Kostendruck und Personalabbau jedoch zunehmend an ihre Grenzen.

Für den aktuellen Report analysierten die IAQ-Arbeitsforscher Alexander Bendel und Prof. Dr. Thomas Haipeter drei Fallstudien aus der Automobilindustrie, die im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts Digitale und ökologische Transformation in den Regulierungsumwelten der Arbeitsbeziehungen durchgeführt wurden. Grundlage waren Interviews mit Betriebsrät:innen, Vertrauensleuten, Gewerkschafter:innen und Managementvertreter:innen sowie Dokumentenanalysen betrieblicher und tariflicher Vereinbarungen der beteiligten Unternehmen. Diese treten im Rahmen der Untersuchung anonym auf.

Die Auswertung der Interviews zeigt: Zukunftsvereinbarungen, mit denen Arbeitgeber und Interessenvertretungen Investitionen, Produktstrategien, Qualifizierung oder die Entwicklung von Standorten regeln, geraten zunehmend unter Kostendruck. „Betriebsräte müssen Zugeständnisse bei den Arbeitsbedingungen machen, um die Beschäftigung zumindest vorläufig zu sichern“, erläutert Alexander Bendel.

Untersucht wurde außerdem das Instrument „Von Arbeit in Arbeit“. Es soll Beschäftigten den Wechsel aus wegfallenden Arbeitsplätzen in neue Tätigkeiten – möglichst innerhalb einer Region – erleichtern. Nach den Befunden des IAQs gelingt dies derzeit jedoch nur eingeschränkt. Damit solche Übergänge funktionieren, müssten sowohl die abgebenden Unternehmen Qualifizierung und Vermittlung unterstützen als auch aufnehmende Firmen Personal einstellen. „Aktuell geht es den Unternehmen vorrangig um Personalabbau und die Senkung der Arbeitsstandards. Das macht es schwierig, Beschäftigungsbrücken zu bauen“, sagt Prof. Thomas Haipeter.

Für die Autoren zeigen die Fallstudien, dass faire Transformationsprozesse auf betrieblicher Ebene allein kaum zu sichern sind. Ob Instrumente wie Zukunftsvereinbarungen oder „Von Arbeit in Arbeit“ erfolgreich sind, hängt wesentlich von den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ab. Die Gewerkschaften seien deshalb gefordert, diese stärker mitzugestalten. Dazu zählen aus Sicht der Autoren unter anderem wettbewerbsfähige Energiepreise, der Ausbau der Strom- und Wasserstoffinfrastruktur sowie die Förderung grüner Leitmärkte.

Publikation:

Alexander Bendel, Thomas Haipeter (2026): Faire Wege in die Transformation für die Beschäftigten der Automobilindustrie? Eine empirische Analyse der Regulierungsinstrumente „Zukunftsvereinbarungen“ und „Von Arbeit in Arbeit“. Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation. IAQ-Report 2026-07.

Weitere Informationen:

Alexander Bendel, Institut Arbeit und Qualifikation, +49 203 37 94529, alexander.bendel@uni-due.de

Redaktion: Katja Goepel, Pressereferentin, Institut Arbeit und Qualifikation, katja.goepel@uni-due.de

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