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Neue OZ: Kommentar zu Hamburg Zuzugspolitik

Osnabrück (ots) - Bunte Republik

Hebelt die Hamburger Kultursenatorin eine restriktive Zuzugspolitik aus? Ein bisschen. Nicht das monatliche Einkommen zählt für Barbara Kisseler, sondern das kreative Potenzial der Neubürger. Denn sie weiß: Ohne kulturelle Vielfalt wird Hamburg abgehängt von Städten, die sich zu Kulturmetropolen internationalen Zuschnitts mausern. Berlin lockt nicht nur durch günstige Mieten, sondern auch durch seine Quirligkeit.

Kisseler setzt damit ihren Korrekturkurs fort. Erweckte Hamburg in der Vergangenheit den Eindruck, seine Kulturszene bestehe nur noch aus der Elbphilharmonie, kümmert sich die neue Senatorin verstärkt um die freie Szene - wohl wissend, dass die hoch subventionierten Flaggschiffe wichtig, aber eben nur ein Teil der Kulturszene sind. Nach dem Symphoniekonzert in den Live-Club, das ist längst nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.

Diese freie Szene aber lebt eben von ihrer Buntheit, von ihrer Internationalität. Nun verdient aber ein freischaffender Künstler in der Regel keine 66 000 Euro im Jahr. Hamburg entwickelt deshalb ein Modell für die Szene - und unsere künftige Gesellschaft. Die wird nämlich deutlich internationaler sein, als sie es heute ist.

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