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Neue OZ: Kommentar zu China
Menschenrechte
Ai

Osnabrück (ots) - Wortverdreher

Der Mechanismus ist immer derselbe, und immer wieder ist er schwer auszuhalten: Autoritäre Regimes missachten nicht nur die Rechte der Bürger; sie verhöhnen ihre Opfer auch noch, indem sie das eigene Fehlverhalten auf die Leidtragenden projizieren. So auch in China: Die Führung übt sich in Willkür-Justiz, und beschimpft ihr Opfer als Rechtsbrecher. Das Land verhaftet einen Künstler ohne Angabe von Gründen, und sieht sich selbst in seiner Souveränität verletzt. China isoliert sich in Fragen der Menschenrechte, und nennt Ai Weiwei einen Außenseiter.

Für den Inhaftierten und seine Angehörigen stehen Fragen der Rhetorik nicht an erster Stelle. Für den internationalen Dialog sind sie essenziell. Gerade hat Deutschland in Peking eine Ausstellung zur "Kunst der Aufklärung" eröffnet. Am Beginn jeder Aufklärung steht das Bekenntnis zur Wahrheit. Solange China sein Verhalten mit den Besonderheiten seines Wertesystems erklärt, kann man sich derartige Kooperationen schenken.

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