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Neue OZ: Kommentar zu Frankreich
Kunst
Nussbaum

Osnabrück (ots) - Tapetenwechsel für Felix

Der Tapetenwechsel macht's: In Paris werden nun Bilder neu entdeckt, die in Osnabrück zu Belegstücken einer Gedenkroutine geworden sind. An der Seine darf die Kunst Felix Nussbaums unerwartet frisch aufblühen - sicher auch, weil die pathetisch aufgeladene Architektur des Nussbaum-Hauses jetzt einmal nicht die Wahrnehmung in bestimmte Richtungen lenkt. In Paris hängen die Gemälde in einem alten Palais und nicht in Daniel Libeskinds Mahnmal. Das gibt den Werken Licht und Luft - und ermöglicht neue Wahrnehmung.

Das positive Echo, das die Nussbaum-Schau in Paris erfährt, spricht für sich, darf aber auch nicht überschätzt werden. Selbst wichtige Positionen deutscher Kunst sind in Frankreich oft nur wenig bekannt. Paris feierte erst in den letzten Jahren Maler wie Baselitz oder Beckmann, als wären sie veritable Neuentdeckungen. Dabei wird deutsche Kunst fast unausweichlich im Kontext von Weltkrieg und Holocaust inszeniert. Der Rezeption Nussbaums mag das entgegenkommen, bei anderen Künstlern wird die Wahrnehmung dagegen versperrt. Die Beckmann-Schau gab dafür das fatale Beispiel ab. Nun wird Felix Nussbaum gefeiert. Umso besser.

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