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WAZ: Morgen Kinder, wird's nichts geben - Kommentar von Lars von der Gönna zum Weihnachtskonsum

Essen (ots) - Der erste Reflex: Nun wollen sie uns mit staatlichem Segen auch noch die Freude am Fest nehmen, die schöne Lichterkette, den Dioden-Nikolaus, die fette Gans. Und nicht weniger schwer legt das Umweltbundesamt die Hand auf den Gabentisch, rät ab vom funkelnd verpackten Maschinenpark der Kommunikationsgeräte, rät stattdessen, Weihnachten als Geschenk der Gemeinsamkeit wiederzuentdecken. Ist das verrückt?

Verrückt sind viele Dinge an der Entwicklung einer christlichen Tradition. Denn das Ereignis, mit dem unsere Zeitrechnung begann, nimmt uns inzwischen genau dies: Zeit. Und seine Botschaft ist bekannterweise längst erdrückt vom Tanz um Geschenke, Eitelkeiten, Status: ein jämmerlicher Gegenentwurf zur bescheidenen Krippe von Bethlehem.

An den Empfehlungen des Amtes ist nur eins verrückt: Dass wir soweit sind, Empfehlungen zu brauchen. Dass wir nicht selbst erkennen, wie dringend wir eine Pause nötig haben von dem, was uns gerade Weihnachten viel zu sehr treibt. Wer sich beschenken will, könnte bis Heiligabend nachdenken, wo er künftig besser den Stecker zieht. Manchmal muss man im Dunkeln sitzen, damit einem ein Licht aufgeht.

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