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WAZ: Die sozialen Folgen der Energiewende - Kommentar von Frank Meßing

Essen (ots) - Kaum eine Branche hat keinen Grund, über die Folgen der Energiewende zu klagen. Die in den letzten Jahren explodierenden Kosten für Wärme und Strom belasten eben nicht nur die Großindustrie, sondern auch jeden einzelnen Mieter. Hinzu kommen steigende Müllgebühren und andere kommunale Abgaben, mit denen klamme Gemeinden versuchen, ihre Haushaltslöcher zu stopfen.

Die Frage "Wie bleibt Wohnen bezahlbar", die Vivawest-Chef Schmidt jetzt aufwirft, ist deshalb aus Konzernsicht nicht nur eigennützig, sondern durchaus berechtigt. Die Verbraucher differenzieren nicht, ob die Ausgaben für ihre Wohnung nun auf die Nettokaltmiete oder die Nebenkosten zurückgehen. Sie spüren aber sehr wohl, dass sie immer größere Anteile ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben müssen.

Neubauwohnungen gar - nach gesetzlich vorgeschriebenen Energiestandards und dann auch noch seniorengerecht und mit moderner Haustechnik - können sich für zehn Euro pro Quadratmeter immer weniger Menschen leisten. Die sozialen Folgen der Energiewende wurden bislang unterschätzt. Ein runder Tisch kann nur der Anfang einer dringend nötigen Debatte sein.

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