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WAZ: Ärgerlich, aber kaum vermeidbar - Kommentar von Ulf Meinke

Essen (ots) - Wenn Piloten abgehobene Gehaltsforderungen stellen oder Lokführer wieder einmal die Bahn ausbremsen, sind es wohl nur besonders geduldbegabte Kunden, die gelassen bleiben. Wenn der Streik nicht nur eine Meldung in der Tagesschau ist, sondern den eigenen Alltag belastet, dominiert wohl meist eine allzu menschliche Emotion: Verärgerung. Wie kann es sein, dass kleine Berufsgruppen ganze Unternehmen lahmlegen?

Ein Großbetrieb, ein Tarifvertrag - es ist leicht zu beklagen, dass dieses Prinzip nicht mehr der Realität entspricht. Viel schwieriger ist es aber, ein gutes Gesetz zu formulieren, das die Situation der Menschen verbessert, ohne das Grundgesetz zu verbiegen. Denn die Verfassung sieht aus gutem Grund vor, dass sich Beschäftigte in einer Gewerkschaft ihrer Wahl organisieren dürfen. Womöglich ist also auch künftig kaum zu verhindern, dass einzelne Berufsgruppen ihre Schlüsselstellung missbrauchen. Nicht alles, was gesellschaftlich wünschenswert ist, lässt sich auch gesetzlich regeln. Wie wäre es, wenn sich Piloten oder Lokführer zuweilen an einen altbekannten Wert der Gewerkschaftsbewegung erinnerten? Die Solidarität.

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