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WAZ: Ferrostaal wird zur Stieftochter - Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Wer eine solche Mutter hat, braucht keine Feinde mehr. Offensichtlich hat der Staatsfonds Ipic gehörig die Lust verloren am Industriedienstleister Ferrostaal. Was auch kein Wunder ist. Staatsanwälte im Haus, Bestechungsvorwürfe, die der Aufräum-Vorstand Stefan Pohlmann gemessen an der Unternehmensgröße mit der Dimension der Siemens-Schmiergeldaffäre verglich - es gibt gelittenere Töchter. Allerdings sind die Wendungen im Fall Ferrostaal schon seltsam. Dem fristlos entlassenen Chef Matthias Mitscherlich warf man vor, nicht kooperativ genug mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet zu haben. Sprich: Er hätte ein Bußgeld akzeptieren sollen. Nun tut es der neue Vorstand offenbar dem alten gleich. Bestechung und Schmiergeld haben nichts in einer Marktwirtschaft zu suchen und gehören geahndet. Ordnungsgemäße Unternehmensführung ist die Maßgabe. Was aber, wenn einem Unternehmen mit 5000 Mitarbeitern über die Vergangenheitsbewältigung das Aus droht? Was tut eigentlich der von Ipic entsandte Aufsichtsratschef Georg Thoma, um der Verantwortung für Ferrostaal gerecht zu werden?

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