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WAZ: Verzweifelter Poker-Einsatz. Kommentar von Sabine Brendel

Essen (ots) - Es muss schlecht um ein Unternehmen stehen, wenn dies geschieht: Die Gewerkschaft weist einen zaudernden Interessenten auf Möglichkeiten im Sanierungstarifvertrag hin, bei den Beschäftigten zu sparen. Aber wenn es sich hier um Karstadt handelt, verwundert dies niemanden mehr.

Als die Warenhauskette im Juni 2009 Insolvenz anmeldete, schien Hoffnung auf ihr Überleben berechtigt. Nun, fast ein Jahr später, sieht das anders aus. Karstadt ist längst nicht mehr mit Hoffnungsmeldungen in den Schlagzeilen, sondern mit Debatten über den Verzicht auf Gewerbesteuern und Kaufinteressenten aus der Finanzinvestoren-Ecke. Derzeit pokert nur die Beteiligungsfirma Triton um Karstadt.

Die Mitarbeiter wissen aber: Selbst wenn jemand Karstadt kauft, wackeln tausende Stellen. Kauft jedoch niemand das Traditionshaus, drohen ihm die Aufteilung und der Ausverkauf von Firmenteilen. Die Gewerkschaft Verdi muss also alle Chancen nutzen, um den Bieter zum Käufer zu machen. Ihr Hinweis auf "Stellschrauben" im Tarifvertrag ist da ein verzweifelter, aber nötiger Einsatz in diesem Poker.

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