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WAZ: Das Urteil im Fall Pechstein - Dopingfahnder gestärkt - Leitartikel von Reinhard Schüssler

    Essen (ots) - Am Ende blieb Claudia Pechstein nur noch die Flucht in die Verschwörungstheorie. Das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS), das die sportliche Karriere der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin beendete und ihre berufliche Laufbahn als Beamtin infrage stellt, sei keine sportjuristische Entscheidung gewesen, behauptete sie. Sondern eine sportpolitische. Richtig ist, dass der jetzt erstmals von der höchsten richterlichen Sportinstanz abgesegnete indirekte Dopingbeweis von enormer Tragweite ist. Verfügen die Dopingfahnder, die mit den herkömmlichen Testmethoden an ihre Grenzen gestoßen sind, doch nun über eine juristisch belastbare Waffe, die im Anti-Doping-Kampf neue Perspektiven eröffnet. Dem Weltverband, der Pechsteins Dopingsperre im Juli verhängt hatte, und den unabhängigen Richtern in Lausanne jedoch zu unterstellen, sie hätten ausgerechnet an einem der größten Zugpferde des Eisschnelllaufens ein Exempel statuieren wollen, ist abstrus. Wahr ist aber auch: Jedes Urteil, das nicht auf glasklaren Beweisen oder Geständnissen beruht, hinterlässt ein gewisses Maß an Unbehagen.

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