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WAZ: Leider nur gut gemeint - Kommentar von Rolf Potthoff

    Essen (ots) - Die "Integration" ist ein Fremdwort und scheint eins zu bleiben. Vor allem der tiefere Sinn des Begriffs ist vielen hier zu Lande offenbar fremd.

      Jetzt legt NRW den Lehrern Ratschläge vor, wie man muslimischen
Bedürfnissen entgegen kommen kann. Gut gemeint ist das Heft. Aber
eben nicht gut, sondern einfältig, gar anti-integrativ in wichtigen
Teilen.

      Da wird das Reduzieren der Hausaufgaben im Fastenmonat empfohlen,
um fastende Schüler nicht zu überfordern. Ob das fastende
Kinder/Jugendliche tatsächlich schont; ob das der Integration im
Klassenverband nützt; ob das tatsächlich hilft, Bildungsdefizite bei
Migranten aufzufangen?

      Da wird Geschlechtertrennung beim Schwimmen als
Unterrichtsalternative genannt. Das wirkt wie hehre Toleranz. Nur
werden die Schüler erst recht zu Außenseitern gestempelt. Doch vor
allem: Es fällt denjenigen muslimischen Familien, Schülern und
Jugendlichen in den Rücken, die längst - und bewusst und gerne -
dabei sind, sich in den Lebensstil ihrer neuen Heimat einzufinden.

      Zum Glück regelt der Alltag im Zusammensein vieles selbst; macht
solche Tipps zu Makulatur.

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