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WAZ: Getrübte Vorfreude - Kommentar von Hans-Josef Justen

    Essen (ots) - Durban sollte mitreißende Faszination vermitteln, Vorfreude auf ein Festival des Fußballs, auf die erste WM, die von einem afrikanischen Land arrangiert werden wird. Doch als im Congress-Zentrum der südafrikanischen Metropole die Loskugeln zur Ermittlung der Qualifikationsgruppen für 2010 rotierten, schockierte die Nachricht von einem mörderischen Schuss: Peter Burgstaller, ein ehemaliger Salzburger Erstliga-Torwart, ein Spezi Franz Beckenbauers, war auf einem bestens bewachten Golfplatz tot aufgefunden worden.

      Getrübte Vorfreude, obwohl sich der allmächtige Fifa-Chef Sepp
Blatter wortreich bemühte, jeglichen Zusammenhang zwischen der WM und
dem Raubmord brüsk zurückzuweisen. Doch Blatters Einlassung ist der
schwache Versuch einer Ausrede, die über Südafrikas stärkstes Problem
hinwegtäuschen soll: Denn in erster Linie wird dieses wunderschöne
Land von bestürzenden Kriminalitätsraten und Sicherheitsrisiken
bedroht. Über 19 000 Morde wurden allein im vergangenen Jahr
registriert.

      Südafrika muss gegensteuern. Sonst wird aus der WM, die eine
Chance sein soll, ein abschreckendes Chaos.

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