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WAZ: Ein Mörder und sein Bild - Leitartikel von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Warum richtet ein 18-Jähriger in seiner Schule ein Blutbad an? Und warum prangt sein Bild in allen Medien, auch auf dieser Titelseite? Wollte er nicht genau das erreichen, der Amokläufer, größtmögliche Aufmerksamkeit für seinen Wahn? Dürfen wir uns dann darauf einlassen, oder sollten wir nicht kategorisch sagen: kein Podium für einen Massenmörder?

      Viele Fragen, alle von Gewicht, und deshalb haben wir auch lange
diskutiert in der Redaktion, ob wir dieses Bild drucken sollen. Wie
immer, wenn es um weit mehr als Geschmack geht. Am Ende haben wir uns
für ein Bild entschieden, das unserer Meinung nach weder reißerisch
noch voyeuristisch ist. Sondern ein Dokument.

      Die Diskussion um die Hintergründe der Tat wird dadurch nicht
ersetzt. Es ist zu klären, warum einmal mehr der blutige Hass nicht
rechtzeitig bemerkt, die Anzeichen offenbar nicht ernst genommen
wurden. Es ist zu klären, was wir tun können gegen die blinde Wut
junger Menschen auf diese Welt. Bedenken sollten wir: Nicht die
Medien sind schuld. Amokläufer gab es schon vor dem Internet.

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