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WAZ: Der Tenor unserer Zeit - Kommentar von Michael Stenger

    Essen (ots) - Der letzte Vorhang ist gefallen, die Musikwelt trauert: Big P. hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Eine Jahrhundertstimme ist verstummt. Ein Sänger, der auch viele Menschen mitnahm, die sonst nicht die feinen Räume der Klassik betreten. Man kennt ihn: eine gewaltige Erscheinung, in jeder Hinsicht. Eine männliche Diva. Eine Stimme, die Arenen füllte. Ein Sympathieträger, der uns zeigte, wie kommerziell die Klassik wirklich sein kann.

      Sein Sterben war ein langes Sterben. Eine hoffnungslos unheilbare
Krankheit: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Carreras hatte Leukämie - und
überlebte. Die Medien begleiteten den schleichenden Tod. Pavarotti
nimmt ab; Pavarotti im Rollstuhl; Pavarotti geht es besser; Pavarotti
im Krankenhaus.

      Pavarotti war ein Weltwunder, ganz anders noch als Domingo und
Carreras. Wie Caruso bezauberte er die Massen und war in den Medien
allgegenwärtig. Ein moderner Klassiker. Er war ein Phänomen. Wo er
stand, stehen längst jüngere Künstler. Netrebko, Villazon. Die Alten
treten ab, die Jungen kommen. Und manche, nur manche werden
unsterblich. Ein Rubinstein, ein Menuhin, eine Callas - und ein
Luciano Pavarotti.

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