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Neue Studie "Anforderungen an ein Risikomanagement-Tool zur Weiterentwicklung mittelständischer Risikomanagementsysteme"

Neue Studie "Anforderungen an ein Risikomanagement-Tool zur Weiterentwicklung mittelständischer Risikomanagementsysteme"
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Studie: Anforderungen an ein Risikomanagement-Tool zur Weiterentwicklung mittelständischer Risikomanagementsysteme

im Auftrag des GVNW (Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft e.V.),

durchgeführt durch die V.E.R.S. Leipzig GmbH, und Förderung der Funk Stiftung

Hamburg, 16. März 2021. Durch die von der Funk Stiftung geförderte Studie der V.E.R.S. Leipzig GmbH, einem wichtigen Impulsgeber für die deutsche Assekuranz, sollen im Auftrag des GVNW (Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft e.V.) Anforderungen an ein Risikomanagement-Tool aufgezeigt werden.

Die von der Funk Stiftung geförderte Studie „Risikomanagement im Industrieunternehmen – Wertbeitrag für mittelständische Unternehmen“ aus dem Jahr 2018 hat Handlungsbedarf beim Risikomanagement mittelständischer Unternehmen aufgezeigt. Gerade für kleinere Unternehmen stellt das Risikomanagement oft eine große Herausforderung dar, weil weniger Kapazitäten für das Risikomanagement vorhanden sind und Risikomanagementsysteme regelmäßig erst seit kurzer Zeit implementiert sind. Es wäre daher wünschenswert, den Risikomanager*innen ein frei zugängliches Instrument zur Verfügung zu stellen, das die Verantwortlichen bei ihren Entscheidungen unterstützt und die Risikomanagementsysteme in den Unternehmen vorantreibt.

Das Ziel der nun durchgeführten Studie des GVNW gemeinsam mit der V.E.R.S. Leipzig GmbH war es, Unterstützungsbedarfe für das Risikomanagement in mittelständischen Unternehmen zu identifizieren und Anforderungen an ein Risikomanagement-Tool abzuleiten. Hierfür wurden intensive persönliche Gespräche mit Repräsentant*innen des Risikomanagements von mittelständischen Unternehmen geführt. Ein strukturierter Fragebogen mit offenem Fragendesign diente als Leitfaden für die Gespräche. Durch das offene Fragendesign konnten die Inhalte der Themenbereiche von den Interviewpartner*innen selbst gewählt sowie priorisiert und spezifische Schwerpunkte gesetzt werden.

Die Studie fand zweigeteilt statt: Im ersten Teil wurde eine Bestandsaufnahme des Risikomanagements einer Auswahl an mittelständischen Unternehmen vorgenommen. Es zeigte sich, dass zumeist gesetzliche Anforderungen die wichtigste Motivation für die Umsetzung des Risikomanagements in den Häusern darstellten. Auch vor diesem Hintergrund wurde die Bedeutung des Risikomanagements von allen Teilnehmenden als noch ausbaufähig eingestuft. Im zweiten Teil der Studie standen die Anforderungen an die Entwicklung eines Risikomanagement-Tools im Fokus. Die Antworten gaben einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen der Risikomanager*innen sowie in mögliche Lösungsansätze. Weitgehende Übereinstimmung zeigte sich dabei hinsichtlich des Wunsches, dass ein mögliches Tool den gesamten Risikomanagement-Prozess abbilden sollte, auch um Medienbrüche zu vermeiden und Abläufe effizient zu halten.

Die Idee zur Entwicklung eines frei zugänglichen Risikomanagement-Tools stieß bei allen befragten Risikomanager*innen auf großes Interesse. Besonderes Potenzial wurde für die in den Unternehmen regelmäßig stattfindende Risikoabfrage (Risikoidentifizierung, Risikobewertung und Maßnahmenfestlegung) gesehen, die in der Praxis häufig mit einem hohen manuellen Aufwand verbunden ist. Ein entsprechendes Tool könnte diesen Prozess vereinfachen und auch die Kommunikation zwischen den Risikomanager*innen und anderen Abteilungen sowie den Risiko Ownern unterstützen.

Anforderungen an ein Risikomanagement-Tool:

  • Möglichkeit der umfangreichen Dokumentation im Hinblick auf die strategische Risikopositionierung
  • Integration von Umsetzungshinweisen, Leitfragen und einer Erinnerungsfunktion
  • Möglichkeit der strukturierten Erfassung (Beschreibung, Zuordnung zu Risikoklassen sowie Kommentarfunktion)
  • Option der Risikobewertung, die Schadenhöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit umfasst; Angaben über individualisierbare Bandbreiten
  • Abbildung von Verteilungsfunktionen, Korrelationen und Ausführung von Simulations- und Szenariorechnungen standardmäßig ausgeblendet
  • Abfrage der Auswirkungen auf Schadenhöhe, Eintrittswahrscheinlichkeit und Kosten der Maßnahmen im Rahmen der Maßnahmenfestlegung
  • Verschiedene Auswertungsmöglichkeiten für Risikocontrolling
  • Option für Aufgabenverteilung und Fristsetzung
  • Automatisierte Reporterstellung
  • Implementation von Interaktionsmöglichkeiten (Kommentare, Nachrichten, Chat), Daten-Upload sowie Möglichkeit zur Terminvereinbarung
  • Intuitive Bedienbarkeit und hohe Benutzerfreundlichkeit

Jörg Henne, Geschäftsführer des GVNW, führt dazu an: „Die mittelständischen Risikomanager*innen wünschen sich ein vollumfassendes Risikomanagement-Tool, das den kompletten Risikomanagementprozess abbildet. Allerdings haben vorherige Studien gezeigt, dass systematisches Risikomanagement eher als Compliance-Thema und nicht als steuerungsrelevantes Thema gesehen wird. Letztendlich ist ein Tool nur ein sinnvolles Hilfsmittel, wenn es die tatsächlichen Prozesse im Unternehmen unterstützen kann. Für eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit eines Tools gilt es daher, zunächst die Prozesse im Unternehmen weiterzuentwickeln. Die Studie hat aber gezeigt, dass bei denjenigen, die sich täglich mit Risikomanagement auseinandersetzen, ein starker Wille vorhanden ist, die Prozesse besser zu koordinieren sowie effizienter zu gestalten und dafür aktuelle Technologien zu verwenden.“

Prof. Dr. Fred Wagner von der Universität Leipzig, Schirmherr der Studie, fügt hinzu: „Unsere Studie ermöglicht einen tiefen Einblick in die Gedankengänge mittelständischer Risikomanager*innen. Es hat uns außerordentliche Freude bereitet, mit den Expert*innen in den Diskurs zu gehen. Die befragten Häuser können sich darüber freuen, solch engagierte Mitarbeiter*innen zu beschäftigen, die das Risikomanagement weiter vorantreiben wollen. Leider stoßen die Interviewpartner*innen in ihren Unternehmen regelmäßig auf Hürden, die eine Weiterentwicklung bremsen. Es wäre wünschenswert, wenn die Risikomanager*innen einen größeren Rückhalt durch die Geschäftsführung erhalten würden.“

„Die Studienergebnisse offenbaren aber auch ein Informationsdefizit bei mittelständischen Unternehmen zu Risikomanagement-Tools, die am Markt bereits verfügbar sind und nachweislich einen hohen Mehrwert bei der Implementierung und beim fortlaufenden Betrieb eines Risikomanagementsystems erzeugen können. Entsprechend sind die Toolanbieter gut beraten, die Kommunikation mit dem Mittelstand zu optimieren“, so Hendrik Löffler, Vorstandsvorsitzender der Funk Stiftung.

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Ansprechpartnerin Medien:
Diana Lumnitz
fon: +49 40 35914-956 
d.lumnitz@funk-stiftung.org
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