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22.06.2005 – 11:00

Euler Hermes Deutschland

Pleitewelle ebbt nicht ab

    Hamburg (ots)

    Trotz leichter Konjunkturaufhellung bleibt die Zahl der     Firmeninsolvenzen in Deutschland hoch. Neuer Rekord in 2006.

    Nach einem minimalen Rückgang 2004 wird die Zahl der Firmeninsolvenzen in diesem und im nächsten Jahr wieder steigen. In ihrer jüngsten Insolvenzprognose prognostiziert die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Deutschlands führender Kreditversicherer, einen Anstieg um ein Prozent auf 39.600 Insolvenzen in 2005. Nach der Beruhigung im 1. Quartal 2005 zeichnet sich damit eine wieder verstärkte Dynamik im Jahresverlauf ab. Im nächsten Jahr könnte sogar die Rekordmarke von rund 40.000 Pleiten erreicht werden. Die Summe der gerichtlich angemeldeten Forderungen steigt nach einem Rückgang in 2004 um 12 Prozent auf 26,7 Milliarden Euro auf rund 28,0 Milliarden Euro in diesem und im nächsten Jahr.

    Langfristiger Trend ungebrochen

    Damit ist trotz des moderaten Wirtschaftswachstums der langfristige Trend ungebrochen. Seit dem Ende des wirtschaftlichen Einheitsbooms, von 1993 bis 2004 haben sich die jährlichen Insolvenzzahlen mehr als verdoppelt. Nach jeder Rezession war ein schubartiger Anstieg zu verzeichnen, die Insolvenzquote, also das Verhältnis zwischen insolventen Firmen und bestehenden Unternehmen hat sich von 0,2 Prozent 1970 auf 1,3 Prozent in 2004 mehr als versechsfacht. Der Anstieg des Anteils älterer Firmen bei den Insolvenzen von 20 Prozent 1994 auf heute 30 Prozent belegt die zunehmende Gefährdung auch markterfahrener Firmen.

    Gründe nicht nur im konjunkturellen Umfeld

    Die Gründe für die unbefriedigende Entwicklung sind komplex. Sie liegen nach Ansicht der Experten von Euler Hermes einerseits im gesamtwirtschaftlichen Umfeld mit einer schwachen Konjunktur bei andauernder Strukturkrise in Deutschland. Dazu kommen Risikofaktoren auf Unternehmensebene, die Betriebe zunehmend gefährden. „Gerade in einem derart schwierigen konjunkturellen Umfeld, wie wir es seit Jahren in Deutschland haben, ist es wichtig, dass die Unternehmen sich noch mehr um die eigene Liquidität kümmern. Nur so können sie verhindern, selbst Opfer der Pleitewelle zu werden", so Dr. Gerd-Uwe Baden, Vorstandsvorsitzender der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG. So geht der Anstieg der Lieferantenkredite und häufig die Abhängigkeit vieler Firmen von nur wenigen Abnehmern einher mit einer sich verschlechternden Zahlungsmoral. Dazu kommt bei vielen Firmen ein mangelhaftes Debitoren- und Forderungsmanagement, was sich bei den härteren Bedingungen am Markt zusätzlich negativ auswirkt. Gepaart mit der zunehmenden Aufzehrung der finanziellen Reserven kommt es dann zu Folgeinsolvenzen.

    Branchen: Abflachung im Verarbeitenden Gewerbe, Zunahme im Handel und bei den Dienstleistungen

    Der Trend bei den Branchen erscheint 2005 ungebrochen. So profitiert das Verarbeitende Gewerbe weiterhin von der günstigen Exportkonjunktur mit einem Rückgang um 5 Prozent auf 3.800 Insolvenzverfahren. Im Bausektor stagnieren die Pleiten in diesem Jahr bei 8.600, während im Handelsbereich ein leichter Anstieg um ein Prozent auf 7.900 zu erwarten ist. Der Sektor Dienstleistungen verzeichnet voraussichtlich ein merkliches Plus von 3 Prozent auf knapp 18.600 Firmeninsolvenzen, nach einem Zuwachs von 3,5 Prozent 2004.

    Kleingewerbe besonders gefährdet

    Wie schon im Vorjahr belastet auch 2005 das Kleingewerbe die Statistik mit einem Zuwachs um 6 Prozent auf 17.300 Insolvenzen, während bei Personen- und Kapitalgesellschaften eine Abnahme um 3 Prozent auf 22.300 prognostiziert wird.

    Weitere Informationen und Graphiken im Internet unter     www.eulerhermes.de unter der Rubrik Presse.

    Die Euler Hermes Gruppe ist Weltmarktführer im Kreditversicherungsgeschäft und eine der führenden Gesellschaften im Bereich Kautionsversicherung. Mit 5.400 Mitarbeitern in 40 Ländern bietet Euler Hermes eine umfassende Palette an Dienstleistungen für das Forderungsmanagement an und wies 2004 einen Umsatz von 1.9 Mrd. Euro aus.

    Euler Hermes, Tochtergesellschaft der AGF und Mitglied der Allianz Gruppe, ist am Premier Marché von Euronext Paris notiert. Die Gruppe und ihre wichtigsten Tochtergesellschaften im Bereich Kreditversicherung erhielten von Standard & Poor's das Rating AA-.

Kontakt für weitere Informationen:

Sabine Enseleit Pressesprecherin Euler Hermes Kreditversicherungs-AG

Friedensallee 254 D-22763 Hamburg Tel. +49 (0) 40/88 34-10 33 Fax  +49 (0) 40/88 34-10 15 E-Mail: Sabine.Enseleit@eulerhermes.com www.eulerhermes.com

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen: So weit wir hierin Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen ergeben sich eventuell Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschließenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmaßnahmen. Abweichungen resultieren ferner aus dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen, und insbesondere im Bankbereich aus dem Ausfall von Kreditnehmern. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte und der Wechselkurse, sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können einen Einfluss ausüben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

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