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24.07.2005 – 11:14

foodwatch e.V.

foodwatch-Test: Bio-Kartoffelchips zum Teil extrem hoch mit Acrylamid belastet

Ein Dokument

    Berlin (ots)

        

    - Querverweis: Hintergrundinformationen zum Acrylamid-Test finden
        Sie in der digitalen Pressemappe zum Download vor und sind unter
        http://www.presseportal.de/dokumente.html abrufbar -

    Erstmals hat die Verbraucherorganisation foodwatch verschiedene Sorten Bio-Kartoffelchips in ihrer Acrylamid-Belastung miteinander verglichen. Dabei liegen zwei der vier Sorten im Test deutlich höher als im Juni untersuchte, herkömmliche Kartoffelchips. Die Testsieger erreichten dagegen einen Minimalwert, der bei konventionellen Chips bislang nicht gemessen wurde. Nach Ansicht von foodwatch könnte das krebsverdächtige Acrylamid aus Lebensmitteln weitgehend verbannt werden. Doch hier helfe nur öffentlicher Druck. foodwatch startet deshalb im Internet eine Protestaktion.

    Getestet wurden vier verschiedene Sorten Bio-Kartoffelchips der Geschmacksrichtung Paprika. Die niederländische Firma Natudis mit der Marke "Molenaartje" und der deutsche Hersteller Mayka kamen dabei auf 1.470 beziehungsweise 1.770 Mikrogramm Acrylamid je Kilo Chips. Damit liegen sie weit über dem Signalwert der Bundesregierung, der mit 1.000 Mikrogramm angesetzt ist.

    Zwei Produkte eines dritten Herstellers, FZ Organic Food mit der Marke "Tra´fo", entpuppten sich als Testsieger. Im Unterschied zu Natudis und Mayka waren Produkte dieser niederländischen Firma bereits früher von foodwatch getestet worden. Nach Umsatzeinbrüchen um 30 Prozent auf Grund der schlechten foodwatch-Testergebnisse hatte die Firma die Produktionsmethode umstellen müssen. Eine neu entwickelte "Light"-Variante schnitt nun mit 116 Mikrogramm am besten ab, die herkömmlichen "Tra'fo Bio Potato Chips Paprika" erreichten 320 Mikrogramm. Letztere hatten ein Jahr zuvor einen Maximalwert von 3.820 Mikrogramm erreicht und durchweg am schlechtesten abgeschnitten. "Die Verbesserungen von rund 90 Prozent bei den Tra'fo Paprika-Chips sind enorm. Sie zeigen, dass öffentlicher Druck auch im Bio-Bereich nötig ist und auf die Hersteller wirkt", sagt Barbara Hohl, Biologin und Sprecherin von foodwatch.

    foodwatch kritisiert die so genannte Acrylamid-Minimierungsstrategie von Verbraucherministerin Renate Künast. Unter anderem deshalb, weil sie ausländische Hersteller nicht erfasst und eine Kennzeichnungsvorschrift fehlt. "Selbst enorm hoch belastete Produkte werden nicht aus dem Verkehr gezogen. Wir haben einen Protestbrief an die Bio-Hersteller vorbereitet, den jeder im Internet unter www.foodwatch.de abschicken kann", so Barbara Hohl. Auch bei "Tra'fo"-Chips sei weiterhin Vorsicht geboten, weil noch Sorten im Umlauf seien, die nach dem alten Verfahren hergestellt wurden. foodwatch fordert alle Bio-Händler auf, diese aus den Regalen zu nehmen.

    Hintergrund:

    Acrylamid steht im Verdacht, Krebs zu verursachen sowie Erbgut und Nerven zu schädigen. Die Substanz kann sich beim Backen, Braten und Frittieren bilden. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen warnt in seinem jüngsten Jahresgutachten (2004): "Das Krebsrisiko durch die tägliche Aufnahme von Acrylamid mit der Nahrung liegt außerhalb des tolerierbaren Bereichs." Er geht davon aus, dass in Deutschland jährlich 10.000 Menschen durch den Verzehr von Acrylamid an Krebs erkranken. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die tägliche Belastung mit Acrylamid ein Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten. Für eine 60 Kilogramm schwere Person hieße das bezogen auf die foodwatch-Testergebnisse: Gerade mal eine Hand voll dürfte sie von den "Mayka Bio Kartoffelchips Paprika" essen.

Pressekontakt:

Barbara F. Hohl
foodwatch e.V. Kommunikation
Brunnenstr. 181, 10119 Berlin
www.foodwatch.de
Fon:      030 / 240 476-19
Fax:      030 / 240 476-26
E-Mail: presse@foodwatch.de

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